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Imperial St. Bruno Flake
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Imperial |
| Hersteller: | Imperial Tobacco Liverpool, England |
| Mischung: | Red & Dark Virginia mit Perique |
| Schnittbreite: | Flake |
| Typ: | leicht aromatisiert |
| Stärke: | stark |
| Verpackung: | 50 Gramm Dose |
| Preis: | 8,18 Euro |
Thomas Schoke
Beim Öffnen der Dose ein fruchtiges, markantes aber nicht unangenehmes Aroma. Eine Duftkomponente erinnert mich allerdings irgendwie an Nivea Creme. Die Flakescheiben sind ca. 7,5 x 2 cm, 1,2 mm dick. Die Flakes sind dunkelbraun bis schwarz mit wenigen hellen Anteilen. Der Tabak besitzt relativ viel Feuchtigkeit, lässt sich aber leicht zerreiben.
Der Geschmack hält, was die Tabakmischung verspricht. Virginia und Perique, wobei von letzterem sicherlich mehr als nur eine Prise enthalten ist. Das Perique-Aroma ist vordergründiger als zum Beispiel bei "Three Nuns". Der Tabak ist mittelkräftig mit Fülle und Volumen aber gleichzeitig weich und mild. Der Abbrand ist mäßig, der Tabak möchte ständig in Gang gehalten werden. Auch im letzen Drittel der Pfeife schmeckt der Tabak gut. Die Kondensatbildung ist gering.
Fazit:
Kein Tabak den ich ständig rauchen möchte aber eine interessante Abwechslung. St. Bruno sollte man aus kleinen oder knapp mittelgroßen Pfeifen rauchen.
Der Flake von Bjarne ("The special one") erscheint mir wie eine mildere Ausgabe von St. Bruno, leichter und mit etwas weniger Fülle aber sehr ähnlicher Geschmacksrichtung.
Günter Kaiser
Nach dem ersten Öffnen der Dose am Tabak riechend dachte ich: Nicht schlecht, irgendwie ziemlich interessant.
Der Flake war aber fast triefend vor Feuchtigkeit, so dass ich ihn ungeraucht wieder wegstellte. Nach etwa 6 Wochen war er zwar immer noch feucht, schien jetzt aber rauchfähig zu sein. Da die Flakes außerordentlich fest gepresst waren, fummelte ich ihn vorsichtig möglichst locker in eine Pfanne und zündete ihn (erstaunlicherweise) problemlos. Dabei wäre mir aber fast die Pfeife aus dem Mund gefallen: Seit diesem Augenblick weiß ich, warum manche Tabaksorten "seifig" genannt werden! Ich hätte auch ein Stück Rasierseife zwischen den Zähnen haben können...
Eher aus Neugier denn aus Freude rauchte ich die Pfeife dennoch bis zum Ende, das sich in Form fast weißer Asche mit nur ganz wenigen dunklen Tabakfasern nach etwa 2 Stunden sehr abrupt einstellte.
Im Abstand von jeweils mehr als 2 Wochen habe ich ihn dann immer wieder mal probiert und inzwischen an dem Tabak Gefallen gefunden. Wie bei vielen Tabaken versteckt sich sein Geschmacksreichtum hinter der Heiß- bzw. Schnellrauchfalle. Der St. Bruno toleriert es überhaupt nicht, wenn er zu heiß wird und reagiert umgehend mit einem sehr unangenehmen Seifengeschmack. Hatte ich für meine ersten 2 Stunden 2 ganze und eine drittel Flakescheibe (letztere völlig aufgerubbelt ganz unten in der Pfeife) gestopft), komme ich inzwischen schon mit 1 1/3 Flakescheiben ebenfalls auf die 2 Stunden und finde den Geschmack dabei als gut und irgendwie beruhigend. (Wobei letzteres vielleicht auch darauf zurückzuführen ist, dass man sich mehr auf das Rauchen als auf sonstige Probleme konzentrieren muss....)
Fazit:
St. Bruno Flake wird bestimmt niemals mein AllDays und auch keiner meiner ganz besonderen Lieblinge werden, aber immer wieder einmal als Abwechslung bietende Bereicherung in meinem Tabakregal auftauchen, wobei ich so an etwa 2 Dosen pro Jahr denke.
(05.10.2000)
Martin Bleisteiner
Der Tabak kommt in einer normalen rechteckigen Flakedose daher, ohne Warnschild oder Totenkopf oder sonstigen Vermerk über die Art des Inhalts. Der Geruch - von Duft kann man nicht reden - ist das erste Warnzeichen: teils nach Tabak und teils nach Putzmittel. Er ist relativ feucht, aber das hat mich nicht abgehalten, jeder Tabak verdient schließlich eine Chance. Das Anzünden geht unterschiedlich gut, mal klappt es auf Anhieb, mal dauert es recht lange. Der Geschmack ist sehr intensiv, aber nach was? Es erinnert mich an Duschgel, eklig jedenfalls. Der Abbrand ist ungleichmäßig, und vor allem gegen Schluss geht er gerne aus. Er sottert aber kaum und beißt wenig.
Ich habe ihn nur mit Filter geraucht, und den Rest habe ich verschenkt.
(13.11.2000)
Frank Nicolai
Ich habe vier Dosen des St. Bruno Flakes erhalten. Er stand schon lange auf meiner Einkaufsliste da mir irgendwer sagte, dass er der starke Bruder des Erinmore Flake sei.
Die Dosen sind offenbar schon älter und gut abgelagert, denn der Tabak war (wie meine Vorreviewer schrieben) keinesfalls zu feucht. Auch war durch die lange Lagerung schon etwas Zucker auskristallisiert. Die schmalen Flakescheiben stehen hochkant in der Dose (wie beim Penzance oder dem Bengal Slices) und sind von sehr dunklem, fast schwarzem Braun.
Der Geruch erinnert beim ersten Hinschnuppern ein wenig an Nivea-Creme, stößt aber nicht ab. Er erinnert entfernt schon an den Erinmore - ohne jedoch dessen Leichtigkeit zu haben und die Fruchtigkeit im Geruch. Hier ist eher etwas Dumpf-Dunkles vordergründig zu vernehmen, das vor allem auch Stärke verspricht. Die Aromatisierung ist nicht zu leugnen, aber was da das Aroma bildet, kann ich nicht sagen.
Da die Flake-Scheiben relativ trocken waren habe ich sie grob aufgerubbt und die Pfeife gefüllt. Meist kommt dabei die Stanwell-Pfanne zum Zuge - zumal diese auch den Erinmore Flake problemlos verbrannte. Das Stopfen und Entzünden geht für einen Flake recht einfach vonstatten. Zwei Versuche genügen meist, um einen gleichmäßigen Abbrand zu erhalten. Die Pfeife geht auch nur sehr selten aus; es schadet dem Tabak nicht, wenn man die Pfeife ab und an zur Seite legt. Auch ein Neuentzünden macht den Tabak nicht schlechter (aber auch nicht besser).
Beim Rauchen dann strömt ein dicker, schwerer und vom Aroma leicht untermalter Geschmack auf die Zunge. Schon die ersten Züge lassen ahnen, dass man es mit einem starken Tabak zu tun bekommt. Das immer vorhandenen (im laufe der Füllung etwas abnehmende) Aroma ist aber nur Beigabe zum vollen Tabakgeschmack. Der Tabak soll aus verschiedenen Virginias und etwas Perique bestehen. Der Perique scheint aber entweder der leichten Art zu sein oder aber nur in winzigen Anteilen vorhanden zu sein - ich kann ihn so nicht herausschmecken (und riechen). Auch meine ich, den Geschmack von Kentucky wahrzunehmen - aber das wird vermutlich der rote VA sein, der da so würzig schmeckt.
Dass ich nur die Pfanne für diesen Tabak benutze kommt auch daher, weil der Tabak wirklich sehr stark ist. Aus einer größeren Pfeife geraucht ließ er mich schon etwas schwanken. Aber immerhin zwingt der hohe Nikotingehalt des Tabaks zu langsamen Rauchen. So wird die Asche trocken und fein. Die Aschefarbe erinnert an Zigarrenasche - weniger von der Festigkeit denn von der Farbe.
In Sachen Raumnote habe ich alles zwischen "Hmmm... lecker" bis "was rauchst Du denn da? Seegras?" alles gehört. Ich finde den Geruch nicht sehr angenehm - er ist dumpf wie der Geruch des Tabaks in der Dose; aber nicht streng oder so alles-übertönend wie der des Discovery z.B.
Fazit:
Pfeifenraucher, den den Erinmore Flake oder ähnlich aromatisierte Tabake mögen und keine Angst vor starkem Tabak haben sollten den St. Bruno mal versuchen. Die Abbrandeigenschaften sind tadellos und der Flake braucht beim Rauchen so gut wie keine Aufmerksamkeit (also ganz anders als z.B. der Chateau Henry #44) und brennt problemlos ab - sein Aroma konstant abgebend. Meine Empfehlung hat er und ich werde ihn sicherlich häufiger rauchen - allerdings nicht zu oft, denn die Stärke ist im wahrsten Sinne des Wortes "umwerfend".
(24.10.2001)
Björn Hollensteiner
Der St. Bruno Flake scheint so etwas wie der Inbegriff des englischen Flaketabaks zu sein, zumindest europaweit und in den USA ist er verbreitet erhältlich. Dieses Review bezieht sich auf den in 50 g Dosen verpackten St. Bruno Flake, es existiert auch noch ein 6" Flake, der meines Wissens nur in Großbrittannien erhältlich ist.
Dank des Internet befinden sich seit gestern davon 100 g auf dem Weg zu mir, die ich nächstens testen werde. Der Flake vollbraune bis mahagonifarbene, hell gesprenkelte Flake duftet aus der Dose aromatischer, als er wirklich ist. Das sehr präsente Flavour scheint aus Citrus- und Ananasaromen zu bestehen, wobei ich mich dabei nicht festlegen kann. Der Tabak ist recht locker gepresst und zerfällt beinahe schon beim Herausnehmen aus der Dose. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, ihn aufrecht in die Pfeife hineinzustellen und oben etwas aufgerubbelten Tabak darüberzugeben.
Beim Anzünden offenbart sich sogleich der füllige um nicht zu sagen starke Charakter des Tabaks. Wer vom Geruch aus der Dose auf den Geschmack schließt, wird schnell eines besseren belehrt. Das künstliche Aroma ist kaum noch spürbar, dafür entströmt dem Mundstück ein kräftiger, sich auf der Zunge fast ölig anfühlender Rauch, dessen Nikotingehalt man bei jedem Zug zu spüren bekommt. Dabei ist der Rauch keineswegs harsch oder bitter, sondern streicht weich über die Zunge. Der Tabak scheint recht wenig Eigensüße zu haben. Selbst bei vollem Magen macht sich bei mir manchmal ein etwas flaues Gefühl im Bauch breit. Er brennt vorbildlich, langsam glimmend und ohne viel Kondensat ab und hinterlässt dunkelgraue Asche.
Fazit:
Dieser Tabak ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Als Ganztagstabak kann ich ihn mir nicht vorstellen, obwohl er sich von den Raucheigenschaften dazu eignen würde. Er ist mir dafür aber viel zu stark. Ich mag ihn als kräftigen Tagesabschluss ganz gerne, wobei ich derzeit den G&H Rum Flake etwas besser finde. Allerdings erwarte ich jetzt gespannt den 6" Flake.
(01.05.2002)
Björn Hollensteiner
Dies ist gewissermaßen ein Vergleichsreview, denn der St. Bruno Flake wurde in der weltweit erhältlichen Form (Rechteckdose) bereits von daftlern getestet. Ich persönlich habe den Dosenflake bereits vor einigen Wochen beschrieben und mir aus Interesse in Großbritannien den nur dort erhältlichen St. Bruno 6 Inch - Flake bestellt.
Vom Aussehen und Geruch her gleichen sich die beiden Tabake. Vielleicht wirkt das Topping des 6" - Flake etwas weniger spritzig und die Tabakaromen etwas fülliger, als des Dosenflake. Von der Farbe des Tabaks würde man jedenfalls niemals auf seine Fülle schließen. Der Tabak lässt sich problemlos in die Pfeife einfüllen, ich bevorzuge es dabei, den Flake vorher etwas zu zerfasern. Wie auch beim Dosenbruder, kommt bereits beim Anzünden die volle Kraft und Fülle des Tabaks zum Tragen, das Topping hingegen ist nur noch unterschwellig zu riechen.
Nach meinem Empfinden ist der 6" - Flake sogar noch einen Tacken stärker und fülliger, als der Dosenflake. Er glimmt ausgesprochen langsam und kühl, sowie erstaunlich kondensatarm ab. Allerdings kann es hierbei noch leichter passieren, dass nach einiger Zeit der Magen rebelliert und sich ein Gefühl der Betäubung einstellt. Also definitiv keine leichte Kost, obwohl er vom Rauch her auf Samtpfoten daherkommt.
Fazit:
Vorsicht: Dies ist meiner Meinung nach kein Tabak für den Vormittag oder zum gemütlichen Rauchen zwischendurch. Ich habe selten so Nikotinreiche Tabake geraucht, wie diesen. Vielleicht bin ich als "Wenigraucher" auch nicht nikotinabgehärtet genug, aber für mich ist der St. Bruno 6" - Flake optimal für den Abend, vielleicht mit einem Gläschen volumenreichen Bordeaux oder einem Cognac auf der Suche nach einer ordentlichen Bettschwere ;-).
Bestellt bei: James Barber Tobacconists, Großbritannien
(23.05.2002)
Ingo Gebert
Der St. Bruno von Imperial ist einer der Tabake, der vom deutschen Markt verschwindet. Als ich diese Nachricht gelesen habe, hatte ich mir noch ein 50g-Döschen zum Probieren gesichert. Nach dem Öffnen fühle ich vom Erscheinungsbild des Tabaks stark an den University-Flake von Peterson erinnert. Die Flakescheiben kommen in fast genau der gleichen Färbung her, und vom Geruch fühlte ich mich auch an den University-Flake erinnert. Nur die Feuchtigkeit des Tabaks ist um Einiges höher. Ich fülle den Tabak nach der Knick- und Faltmethode in meine Flakepfeifen ein, und beim Anzünden murrt der Tabak am Anfang etwas, und bäumt sich auch etwas stärker auf, man sollte die Pfeife also nicht ganz bis obenhin füllen, wenn man ankokelnde Tabakfasern auf dem Teppich vermeiden will. Nach Erscheinungsbild und –geruch habe ich mich schon auf einen Genuss a la University-Flake gefreut, doch ich wurde eines Schlechteren belehrt. Nach der Anbrennphase kommt außer einem gelegentlichen dezenten, billigem Rasiergeschmack nichts durch.
Ansonsten ist der Tabak einfach nur kräftig, gepaart mit Geschmacklosigkeit. Diesen Eindruck hatte ich nur bei einem Rauchopfer, sondern bei jeder Füllung. Der St. Bruno hält bei weitem nicht mit den anderen in Deutschland erhältlichen Flakes mir, der University-Flake, Mahogany und Erinmore sind diesem Kraut um Längen überlegen.
Fazit:
Daumen runter, diesem Tabak weine ich keine Träne nach...
(15.05.2003)
Michael Schmidt
Mir ist eine ungeöffnete Dose Ogdens St. Bruno von ca Anfang der
1980er über den Weg gelaufen. Eine Steuerbanderole ist nicht
vorhanden, wie auch nicht an den anderen Tabaken aus derselben Quelle
(Plumcake, EMP).
Unsere Wege werden sich wieder trennen, denn dieser Tabak ist nur
etwas für des Tages Ende, wobei der Tabak diesen Zeitpunkt bestimmt.
Inakzeptabel.
Die Dose hat klassisches Flake-Format, rechteckig, wie die aktuellen
Germain's Flakes.
Grundfarbe des Deckels weiß, mit einem goldenen Streifen oben und
rotorangefarbenem Streifen unten.
Der Tabak kommt in relativ dicken Scheiben daher, ein optischer Genuß
in dunkelem, fast schwarzen braun mit hellen Einsprengseln.
Der Geruch ist leicht muffig mit einer Ahnung floraler Noten und
Pumpernickel.
Trocken ist der Tabak nicht, zu feucht auch nicht. Der Abbrand ist,
soweit ich es beurteilen kann, problemlos. Ich habe meine Flake-Barbi
allerdings nur bis ca. zur Hälfte geraucht, und das in Etappen.
Schließlich habe ich kapitulieren müssen, geräumt und mich hingelegt.
Geschmacklich gab es bis dahin nichts auszusetzen, geraucht mit Filter
ist ein Hauch von Seife zu schmecken und viel gereifter Virginia und
/oder Burley. Virginia-Süße ist allerdings nicht zu finden im vollen
Rauch.
Wie auch einige Chargen RB und der bekannte Three Nuns ist Ogdens St.
Bruno ein Tabak, der einem die Vergänglichkeit von Gesundheit und
Wohlbefinden nachhaltig vor Augen führt und an die Regelung des
Nachlasses gemahnt.
(13.11.2006)