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Stanwell Classic
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Orlik Tobacco Company for Stanwell Nobel |
| Mischung: | Virginia, Black Cavendisch, Burley |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | aromatisiert |
| Flavour: | Pflaume |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 50g Dose |
| Preis: | 5,75 Euro |
Alex Neumann
Früher brauchte ein Mann 3 Dinge: Feuer, Pfeife, Stanwell. Offenbar sind die Männer im Laufe der Zeit anspruchsvoller geworden. Heute müssen es schon "Toys for Boys" sein: ein Sportwagen, eine Uhr, eine Pfeife. Wie das jetzt so genau zusammenpasst wissen wohl nur die Werbeexperten von Stanwell, mir ist es jedenfalls ein Rätsel. Wenn ich eine Pfeife rauche, fahre ich keinen Sportwagen und schaue schon gar nicht auf die Uhr. Nach dem allgemeinen Geschwafel kommt in dem Werbeprospekt immerhin auch mal der Tabak vor: "Für diese neue Mischung haben wir die Wurzeln dänischer Tabakmanufaktur wiederentdeckt. Stanwell Classic ist eine Homage an traditionelle Methoden der Aufbereitung und Veredelung. Eine exquisite Blend aus gereiftem Virginia und weichem Black Cavendisch, angereichert mit behutsam gepressten Flakestückchen (Cut Plug) aus Virginia und Burley. Ein Hauch von süßem Pflaumenaroma verfeinert diese klassische Mischung zu einem vollendeten Raucherlebnis."
Genug der hochgestochenen Herstellerprosa, stecken wir auf gut Deutsch gesagt mal den Zinken in die Probetüte. Als erstes riecht man Tabak. Aber keinen Pfeifentabak: nicht das leicht säuerlich-heuige Virginiaaroma, auch nicht den dezenten Kakaoduft, den ich an Burleys so liebe, sondern eher Zigarettentabak. Wer's ganauer wissen will: eher der amerikanische Stil, Marlboro oder so. Bei intensivem Schnüffeln richt man im Hintergrund auch noch die versprochene Pflaume.
Breitet man den Tabak vor sich aus, erfreut sich das Auge an einem recht abwechslungsreichen Mischungsspiegel. An Farbe, Form und Größe ist wirklich alles vertreten, offenbar ein Vertreter des modernen Wild Cut.
Nachdem man die größeren Teile noch etwas zerkleinert hat, läßt sich der Tabak in die Pfeife einbringen und, da er auch nicht allzu feucht ist, mit ein bis zwei Streichhölzern problemlos in Brand setzen. Da sich der Tabak nur wenig aufbäumt, sind auch keine größeren Planierarbeiten erforderlich, man kann sich gleich entspannt zurücklehnen und genießen.
Und was die Zunge umschmeichelt, ist wirklich ein Genuß: eine angenehme Süße umhüllt ein dezentes Pflaumenaroma. Dabei kann man sich voll und ganz dem Genuß widmen, der Tabak benötigt nicht viel Aufmerksamkeit. Die Pfutzer für eventuell anfallendes Kondensat können getrost in der Tüte bleiben, nur der Stopfer sollte ab und zu mal zum Einsatz kommen. Negativ ist mir nur eine leichte Neigung zum Heißrauchen aufgefallen. Aber selbst dann wird die Zunge geschont. Der Nikotingehalt liegt dabei auf der leichteren Seite von Medium.
Schade, das es nach der Hälfte der Pfeife mit der Herrlichkeit vorbei ist. Dann verschwindet die Pflaume und auch die Süße geht zurück. Was übrigbleibt, schmeckt weder gut noch schlecht sondern schlicht und einfach langweilig. Man ist schon fast froh, wenn endlich nur noch ein wenig hellgrauer Asche in der Pfeife ist, sonst wäre man vor lauter Langeweile wohl eingeschlafen.
Die Raumnote ist leicht würzig, also nichts besonderes.
Fazit:
Das Probetütchen gab leider nur zwei Füllungen her. Von der erste Hälfte war ich wirklich sehr angetan, die zweite Hälfte muß nicht sein. Ich werde mir wohl mal eine Dose kaufen, um zu testen, ob sich mit unterschiedlichen Pfeifengrößen, veränderter Rauchtechnik oder ähnlichem die zweite Hälfte vermeiden oder zu mindest stark verkürzen läßt. Wenn ja, dann könnte es der Classic in meine Hitliste schaffen.
(13.02.2005)
Arnd Lichtenfeld
Beschreibung laut Hersteller: "Eine exquisite Mixture aus gereiftem Virginia und weichem Black Cavendish, angereichert mit behutsam gepressten Flakestücken (Cut Plug) aus Virginia und Burley-Tabaken. Ein Hauch von süßem Pflaumenaromma verfeinert diese klassische Mixture zu einem vollendeten Raucherlebnis mit einer äußerst dezenten Aromanote."
Stanwell gibt in der Beschreibung auf einer Skala von 1(gering) bis 5(intensiv) eine Bewertung in drei Kategorien ab, die der Vollständigkeit halber genant werden soll:
Geschmacksintensität: 3 (ausgewogen)
Aromatisierung: 2 (verhalten)
Raumnote: 2 (verhalten)
Soweit Stanwell.
Beim Öffnen der Dose entströmt selbiger ein fruchtiger Duft, den ich nicht eindeutig "Pflaume" nennen würde, sondern eher als Wildbeeren oder Waldbeeren bezeichne. Die Aromatisierung, die Stanwell als "verhalten" einstuft, kann ich teilen. Zu mindest im Vergleich mit anderen Tabaken gleicher Marke.
Der Tabakspiegel ist bunt, überwiegend braun gehalten, läßt allerdings die angekündigten Flakestücke vermissen. Statt dessen finde ich dort gerissenes helles Blattgut, daß als Virginia oder Mysore einzuordenen ist.
Durch unterschiedliche Schnittbreiten ist der Tabak simpel zu stopfen und entzündet sich auch mit 2 Zündhölzern recht leicht.
Der Geschmack ist recht angenehm, ein wenig fruchtig; es mag sich um Pflaume handeln, es ist der erste Tabak, den ich mit diesem Aroma geniesse. Der Geschmack hält bis zum Ende der Füllung, ist jedoch eher als flach einzuordnen.
Das Aroma hält bis zum Ende, wobei ein Tabakgeschmack sich eher im Hintergrund wiederfindet. Die Raucheigenschaften sind in Ordnung, er läßt sich ohne Schwierigkeiten bis zum Schluß rauchen.
Die Kondensatbildung ist ebenfalls gering.
Fazit:
Der Tabak ist für mich als Aromageniesser eher flach, läßt sich simpel und einfach rauchen, hat aber in meinen Augen aber nicht wirklich etwas, was ihn auszeichnet.
Bei mir wird er nicht wieder in der Pfiefe landen, wenn die 50g aufgeraucht sind.
Ein Tabak, den Stanwell nicht nötig hat, der eher verblasst neben anderen Aromaten.
(10.02.2007)