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Summit Crown

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Schneiderwind Summit Crown

(Pfeifentabak)

Markenname:Schneiderwind
Hersteller:K&K
Mischung:Red Virginia, Oriental, Latakia
Schnittbreite:Mixture
Typ:leicht aromatisiert
Stärke:leicht-medium
Verpackung:100 Gramm Dose
Preis:14,00 Euro

Peter B. Schmidt

Herstellerbeschreibung:
"Eine unorthodoxe Komposition für Liebhaber englischer Blends, bestimmt durch hellen Red-Virginia, Orient und vollwürzigen Latakia. Durch die ausgeklügelte Komposition und den etwas feineren Schnitt, steht unsere Mixture "Summit Crown" (Gipfelkrone) für klassischen und vollmundigen Tabakgenuss der englischen Art - gefertigt nach Originalrezepten in einer der traditionsreichsten schottischen Manufakturen."

Nachdem mir Herr Offermanns diese Mischung als "Neuheit" schon mehrfach angepriesen hat, ist es dann geschehen: Er hatte keinen Highland Targe mehr! Auf den Schreck habe ich mir den Summit Crown in meine Tabakbar eingeladen und habe es nicht eine Sekunde bedauert, dass er an Statt des Kriegers aus den Hochmooren zu mir nach Hause fand. In einer schmucken Metall-Schnappdeckeldose mit zusätzlicher Kunststoffhaube ist der Aachener Schotte ebenso gut wie hübsch verpackt.

Wer erwartet, dass diese blumigen Worten einem ebenso blumigen Tabak gelten, den kann ich angenehm enttäuschen: Der Summit Crown ist ein gestandener Brite, der, hätte es ihn damals schon gegeben, die viktorianischen Clubs von St. James in noch mehr Nebel hätte tauchen können - allerdings kein Teerjackenkraut oder Moorjägerknaster, er verlangt nach kultivierter Indoor-Umgebung (Latakia-Toleranz vorausgesetzt).

Da der Summit Crown mir den Highland Targe substituiern sollte, soll mir der Highlander als Referenz herhalten - und auch wenn man's noch so oft widerholen mag, es kann mehr als einen (*) geben. (*: guten Tabak ;-) )

Inzwischen habe ich ein Viertelpfündchen Summit Crown in kürzester Zeit weggeputzt, das ist für mich ein sicheres Zeichen, dass ich diesen Tabak hier nicht unerwähnt lassen darf.

Der Verweis auf die "Schottische Manufaktur" mit dem "Originalrezept" im Herstellerinfo winkt mit einem Zaunpfahl, an dem noch ein gutes Stück Zaun hängt, letztlich aber in die Tiefe des Moores weist: es ist kein Highland Targe rip off, ebensowenig ein "aut idem" eines anderen Rattrays, der bsiher den Weg in meine Pfeife gefunden hat (und da fehlt von den Latakianern eigentlich keiner). Der britische Krimifreund nennt das einen Red Herring.

Also zunächst das Tabakbild: viel roter, eher lang geschnittener Virginia wird von dunkelem Oriental ähnlicher Länge und Schnittbreite (2mm) und den vertrauten pechschwarzen Latakia-Bröseln umschwärmt. Ein Bild von einem Tabak!

Die Nase meldet unter Anderem Latakia, aber auch noch brotigere Geruchsnoten und ein bisschen was Gegerbtes, schon hier sind die Bestandteile kaum auseinander zu dividieren.

In die Pfeife findet die Mixture schnell und problemlos, besonders zu beachten braucht man eigentlich nichts.

Auch das Anstecken ist "Standard", der Tabak bäumt sich etwas auf, ist aber schnell besänftigt und glimmt zufrieden vor sich hin.

"Frisch" ist der Tabak für meinen Geschmack etwas feucht, "angetrocknet" braucht man jedoch kaum mal zum Reiniger zu greifen, um die Pfeife trocken zu legen.

Wer eine Latakia-Breitseite erwartet, die nur auf dem sturmumtosten Gipfel (Summit) eines Dreitausenders bei minus 25 Grad auf der Schneekappe (Crown) hockend geniessbar ist, liegt falsch. Der Summit Crown ist trotz des Verzichts auf Perique auch kein Balkanier. Damit bestätigt er zumindest den "unorthodoxen" Anspruch, die Mischung hat durch die gefundene Balance der drei Grundtabake etwas Eigenes.
Die sanfte Basis aus einem recht spritzigen Virginia wird von einer guten Priose Orient angepeppt und dann auf einem cremigen Bett aus satten Latakia gaumengerecht angereicht. Wenn Thomas Schoke über den Highland Targe schrieb, er habe symphonische Qualitäten (was meines Erachtens den Befund hervorragend beschreibt), so hat der Summit Crown das Orchester von den Celli an den Basschlüssel hinunter verstärkt. Gustav Mahler zum Rauchen, sozusagen (nee, Peter, jetzt is aber so langsam gut mit Bildern, ja!?)

Verglichen mit dem Highland Targe gehaltvoller und deutlicher Latakia-betont kann der Summit Crown mit einem überraschen nuancenreichen Spiel der Aromen überzeugen, um den Vergleich mit dem Targe endgültig auszureizen und ad absurdum zu führen ist es ein Highland Targe auf Steroiden. Kräftiger, süffiger, aber nirgendwo schwer oder gar dumpf.

Besonders gefallen mir die spritzig-süßen Röstaromen, die der Summit Crown bei langsamen Rauchen entwickelt. Kräftige Züge werden mit schwerem, dumpfem Rauch bemäkelt, wenn der Raucher allerdings wieder Disziplin zeigt, kehrt auch der Summit Crown zu seinem kultivierten Benehmen zurück.

Man kann den Summit Crown auch problemlos ausgehen lassen und später wieder anzünden, der Geschmack bleibt voll und frisch. Faszinierend ist der Nuancenreichtum, den ich so hauptsächlich von den "schwarzen" Rattrays kenne: jede Änderung im Rauchverhalten wird kommentiert, man kann sich seinen Lieblingsgeschmack mit dem Rauchtempo selber "einstellen" - toll. Herber? Dann mal ein bischen mehr Zug auf das Mundstück. Süßer? Lass mal ein bischen liegen...

Abbrand und Geschmacksentwicklung sind gutmütig und konstant, eigentlich könnte man den Tabak auch prima "nebenher" rauchen, ich finde ihn dafür bloss zu schade. Höchsten zum guten Buch, na gut.
Raumduft? Naja, ich finde ihn sehr angenehm, und bei Nightcap und Early Morning Pipe aus dem Hause Dunhill war die Revolte der "Umgebung" viel lautstarker - "Der riecht ja wenigstens noch nach Tabak, nimm den und lass den Eselsmist demnächst zu Hause" (O-Ton, weiter: "Es gibt doch auch so schöne Vanille-Tabake..." -^^Disqualifikation, mit Band und Schleife^^!-).

Fazit:
So sollte ein guter Engländer für alle Gelegenheiten sein - Auch nicht Latakia-gestählte Gaumen werden dem Summit Crown etwas abgewinnen können, und Freunde der dunklen Seite der Macht finden eine Mixture, die sie nicht gleich wie Darth Vader röcheln lässt. Als "Bretterknaller" habe ich immer noch ein paar andere da, zum guten Morgen und zur Abwechslung werde ich meine Highland Targe dafür nicht aufgeben, nur der Accountants und der Black Mallory brauchen jetzt allerdings einen Humydrole (die Dunhills haben den schon länger), vor dem Summit Crown haben die irgendwie nicht so lange gehalten...


Frank Nicolai

Dieser Tabak wurde mit vier weiteren an drei d.a.f.t'er verschickt, die im Blindreview folgende Urteile abgaben:

Der Tabak Nummer 5 erinnert mich an die Engländer der Torben Dansk Serie von DTM. Sie sind dem getesteten Tabak sehr ähnlich. Allerdings glaube ich nicht, dass ich diesen hier schon einmal geraucht habe.
Die Nummer 5 ist ein ordentlicher, mittelschwerer Engländer aus Virginia, Black Cavendish und einem Hauch Latakia. Das Stopfen und Entzünden geht problemlos; der Schnitt macht es leicht. Im Geruch dominiert der Latakia, den VA kann ich kaum riechen. Beim Rauchen ist es dann jedoch anders. Nur wenn ich den Tabak fast ausgehen ließ schmeckte er richtig gut: teerig nach Latakia und minimal süß vom VA her. Der BC kommt mir vor wie geschmackloser Füllstoff. Doch wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre... die Nummer 5 war (von mir) kaum kühl zu rauchen. Aus irgend einem Grunde ist der Tabak ständig heiß geworden. Und trotz der relativen Trockenheit des Tabaks gab er viel Kondensat ab. Ich habe zwei Pfeifen ohne Filter geraucht und war entweder damit beschäftigt, Kondensat aus dem Rauchkanal zu holen oder - wenn ich die Pfeife abkühlen ließ - ihn neu zu entzünden.
Wenn der Tabak "normal" glimmte; also weder zu heiß war noch erloschen; kam er mir ziemlich beliebig und ein bisschen langweilig vor. Etwas, was ihn zum All-Day-Smoke machen könnte - aber aufgrund seiner "Zickigkeit" fällt er aus diesem Raster.

Fazit:
Insgesamt also ein für mich zu schwieriger Tabak. Es gibt besser Tabake, die diese Schiene bedienen. Zum Beispiel der Torben Dansk No. 3 - Red Virgina Superb.


Stephan Beeck

Mischung: Virginia, Orient, Latakia
Schnittbreite: Mixture

Tabak #5 riecht nach einer leichten englischen Mischung, der Schnitt ist für diese Tabake typisch. Stopfen und Anzünden gehen problemlos von der Hand. Der Latakia ist nicht zu stark enthalten, man riecht eher die Orientals. Der Tabak brennt gutmütig ab und man schmeckt eine leicht salzig, pfeffrige Note. Die Orientals geben dem Tabak seinen Charakter. Der Latakia hält sich definitiv im Hintergrund. Eine leichte Süße des Virginias kommt aber der zweiten Hälfte der Pfeife zum Tragen, jedoch auch ohne hervorzustechen.

Ist der Latakia anfangs noch im Rauch zu schmecken, verschwindet er immermehr, bis man zum Ende hin nur noch die Orientals schmeckt, die zusammen mit dem Virginia einen guten Tabakgeschmack ergeben, der - wenn man nicht unbedingt auf Latakia scharf ist - den Tabak zu einem guten Engländer der leichten Kategorie machen.

Ich würde ihn auch als das einstufen, was ich "Alibi-Tabake" nenne. Tabake nämlich, die man vom Tabakhändler als erstes angeboten bekommt, wenn man den Wunsch äußert mal was "englisches" zu versuchen. Leider ist damit auch oft der Spaß für den Neuling vorbei, denn er hat durch einen solchen Tabak leider nie wirklich erfahren, was es heißt eine gute Latakia-Mischung zu rauchen. Ich würde da eher ein richtiges Kaliber empfehlen, der mindestens 40% Latakia aufweisen kann.

Das Ende der Füllung zeichnet sich bei diesem Tabak durch einen Haufen grauer Asche aus, die man leicht aus dem Pfeifenkopf rieseln lassen kann. Er ist von Anfang an ein guter Tabak, aber unspektakulär.

Fazit:
Der Tabak ist rund und harmonisch abgestimmt, für mich jedoch alles in allem zu leicht. Heute würde ich eine solche Mischung sicher nicht mehr unbedingt rauchen, zumindest nicht kaufen. Als Allday oder wenn man auch mal was englisches in Gesellschaft rauchen will, ohne daß alle die Nase rümpfen ist er aber sicher gut geeignet.


Eugen Marmann

Schmal geschnittener Tabak. Die Mischung ist englisch mit einem geringen Latakiaanteil. Jedoch keine klassische Latakiamischung.

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