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W.Ø. Larsen Sweet Aromatic (The Masters Blend)
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Orlik, Importeur Gebr. Heinemann, Steuernummer 190 |
| Mischung: | hoher Anteil BC, VA, Burley |
| Schnittbreite: | loose cut |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | bordeauxfarbener Pouch 50g/ Dose 100g |
| Preis: | Euro 6,05/ Euro 11,80 |
Uwe Hesse
Herstellerbeschreibung: A superior Aromatic Mixture characterised by our extra mild Black Cavendish tobaccos, mature Virginia and a touch of mild Burley. An extremely mild blend flavoured with sweet vanilla types and fresh fruity notes. Easy to fill into the pipe, slow burning with a cool smoke.
W.Ø. Larsens Sweet Aromatic ist das 1997 vorgestellte älteste Mitglied der Masters Blend Reihe, die günstigen neuen Qualitätstabake des neben Poul Olsen einzigen Tabakhoflieferanten des dänischen Königshauses. Beide Marken gehören mittlerweile zu Orlik (OTC). Zu dieser Tabakfamilie gehören außerdem die Mellow Mixture mit Ingweraroma (seit 1999, grüne Verpackung) und schließlich der Golden Dream mit stärkerem Vanille-Aroma (2000, blau).
Frisch aus dem Pouch verströmt der Tabak ein deutlich fruchtiges Aroma. Bei der Verpackung möchte ich lobend den elegant gestalteten und wirklich dicht schließenden Metallfolienbeutel erwähnen.
Der Tabak besteht ganz überwiegend aus BC (75%), mit lose geschnittenen dunkleren Virginiatabaken und gereiftem Burley. Da der Tabak recht schmal geschnitten ist, gestaltet sich auch der Abbrand völlig unkompliziert. Er glimmt praktisch von selbst zu hellgrauer Asche ab. Der Tabak ist erwartungsgemäß leicht und mild (Stanwell-AKF). Der Geschmack ist undefinierbar süßlich, wobei im Widerspruch zum Sortennamen auf eine eindeutige Aromatisierung verzichtet wurde. Allenfalls konnte ich eine schwache Vanille-Note ausmachen, ohne Höhepunkte.
Fazit:
Im Gegensatz zum Golden Dream ist mir diese Masters Blend Sorte viel zu ausdruckslos und damit trotz guter Tabakgrundlage nicht empfehlenswert.
Herstellerinfo: http://www.orlik.dk/
(16.04.2002)
Daniel M. Porcedda
Die Dose wurde in Kiew zu 55 Hrywni ersteigert, was ca. des oben angegebenen Preises von 10,40 EURO entspricht.
Der Sweet Aromatic ist aus der "the master's blend" serie. Aus dieser Serie wurden bereits u.a. der Golden Dream und die Mellow Mixture in daft reviewt. Als bekennender Süßpanscher dachte ich, einer der aromatisierten Tabake im Bunde der "master's blend" sollte also als erstes von mir bewertet werden.
Herstellerseitig wird die master's blend serie als "an exquisite series of handblended tobaccos by W.O. Larsen" beschrieben.
Erscheinungsbild der Dose:
Hier passt der Begriff "exquisit" bereits bestens. Schrift teilweise goldfarben, das Logo "smoking chair" ebenfalls gülden und in Prägedruck. Wenn man sich die Dose und Inhalt ansieht, könnte man sich tatsächlich Meister W.O. Larsen (der 5. Generation) vorstellen, wie er eigenhändig und bedächtig die Mischung zwischen seine Fingern in die Dose rieseln läßt ;-). Nach dem Öffnen des Deckels muß man sich erst einmal an der dicken Alufolie zu schaffen machen, die den Tabak schützt. Nun, es war die erste Dose dieser Art, die ich öffnete. Prompt habe ich mich beim Versuch, den restlichen Rand der Alufolie nach innen umzukrempeln in den Finger geschnitten. Eine Gebrauchsanleitung, wie man diese Folie vollständig und gefahrlos entfernen kann, liegt der Dose nicht bei. Hier könnte jedoch ein ausgefeilteres Öffnungssystem etwaige Unfallschutzvorschrifen sowie Hausapotheke überflüssig machen ;-)
Nasologisches Nr. 1:
Nachdem ich also die Alufolie mit viel Mühe entfernt hatte, stieg mir erst einmal ein sehr angenehmer süß-würziger Tabakduft entgegen, mit einer für meine Begriffe (ich bin ja Süßpanscher) nur dezenten Aromatisierung. Den Riecher dann jedoch gaaanz nahe an den Tabak herangeführt, nahm ich einen deutlichen Flavour wahr. Der Duft erinnerte mich sofort an Honig-Lutschbonbons, die ich früher mal kiloweise genascht hatte (ich mag Süßes eben nicht bloß in Pfeifen).
Nach längerem Hinriechen stieg mir noch ein fruchtiges Odor in den Rüssel. Könnte irgendein Kernobst sein, konnte ich aber nicht richtig einordnen. Eine Spur Vanille scheine ich ebenfalls noch ausgemacht zu haben (vielleicht aber auch nur deswegen, weil er in der Beschreibung genannt ist), sowie eine leichte Karamellnote (beim Erschnuppern dieser Mischung entstehen eine Menge Assoziationen im Hirn und ich habe den Verdacht, daß bei mir die Phantasie etwas durchging; daher
kann ich auch denkbar verkehrt bei der Nennung differenter Ingredienzen liegen). Die Tabaksmischung riecht nach meinem Dafürhalten äußerst angenehm, unaufdringlich, überhaupt nicht artifiziell und irgendwie eigenartig anders als das Gros der Aromaten, die ich bisher kenne.
Optik:
Zur Hälfte scheint die Mischung wohl aus Black Cavendish zu bestehen, da die schwarzen Tabakanteile überwiegen. Jeweils ein Viertel von hellbraunem Virginia und dem etwas dunkleren Burley. Auch optisch ein sehr ansprechendes Erscheinungsbild ... wie auch immer man die Ästhetik einer Tabaksmischung einstufen möchte.
Tastologisches:
Der Tabak fühlt sich recht trocken an, klebt demzufolge nicht an den Fingern und beinhaltet auch keinerlei harte Stränge an denen man sich verletzen könnte (dazu hat man ja die scharfe Kante der Alufolie, s.o. ;-) ).
Stopfen:
Ein Kinderspiel, nun ja, für erwachsene Kinder halt. Kurz: problemlos.
Erstanzünden:
Ebenfalls problemlos: 1 Gasfeurzeug reichte aus. :) Nach dem ersten Ankohlen der oberen Tabakschicht zwei bis dreimal nachgefeuert und der Tabak brannte pfeifenraucherfreundlich.
Rauchvorgang:
Bei den ersten mindestens fünf Pfeifen mit dieser Mischung, ohne Filter geraucht, habe ich mir eines meiner wichtigsten Körperteile leicht angesengt. Irgendwie verführte mich dieser Tabak ständig zum schneller und daher zum heißer rauchen. Erst nach der vielleicht sechsten Pfeife also bekam ich es hin, den Sweet Aromatic etwas "kühler" zu schmauchen. So lange hatte ich bisher noch nie bei einem Tabak benötigt, um an eine optimale Rauchgeschwindigkeit zu gelangen (?), wobei die Pfeife dann doch gerne mal ausgeht (wohin bloß?); das ist eben der zu schließende Kompromiss bei dieser Mischung. In Pfeifen mittlerer Füllgrößen geraucht, glomm der Sweet Aromatic bei mir nicht ganz von alleine ab, mußte also ab und an nachgestopft werden. Allerdings raucht dieser Tabak sich relativ schnell runter. Nur leichte Kondensatbildung, wohl da der Tabak relativ trocken ist. Trotzdem nicht ganz einfach zu rauchen. Diese Mischung fordert schon etwas pfeifologisches Einfühlungsvermögen ab.
Geschmack:
Eigentlich so, wie man es sich vom Duft aus der Dose vorstellt. Perfekte Balance zwischen Tabak und Flavour. Man hat den gesamten Rauchvorgang über auch wirklich den Eindruck, hochqualitative Tabake in der Pfeife zu rauchen. Der Geschmack bleibt über die gesamte Füllung recht gleichmäßig, also auch kein absoluter Ausfall des Flavours gegen Ende hin. Ebenfalls die bei geflavourten Tabaken obligatorische Bitternis des letzten Drittels ist kaum wahrnehmbar. Der Sweet Aromatic ist wirklich nahe an dem, was man sich unter "exquisit" vorstellen könnte.
Zungenspiele:
Auch wenn leicht zu heißgeraucht, hält sich die Zungenreizung in Grenzen. Bei Normaltemperatur gepafft gibt es kaum unangenehme Gefühle auf dem Plapperorgan.
Ashes:
Feine mittel- bis dunkelgraue Asche sowie einige wenige unverbrannte Tabakreste bleiben als letzter Beweis eines gelungenen Rauchopfers übrig.
Nasologisches Nr. 2:
Äußerst Mitschnupperfreundlich. Habe bisher keine Prügel beim Rauchen des Sweet Aromatic in der Öffentlichkeit bezogen. Die Raumnote wurde stets als angenehm und unaufdringlich empfunden. O-Ton BH: "Könnte sogar noch eine Spur süßer riechen". O-Ton Kater: "Wau" (mein Haustiger beherrscht Fremdsprachen). Nicht zu süß und nicht zu tabakig. Ergo, überwiegend positiv ausgeglichene Beurteilung von der schnuppernden Gemeinde, Haustiere inbegriffen.
Fazit:
Für Pfeifenraucher, die gerne einen hochwertigen Tabak schmauchen und Geselligkeit nicht abgeneigt sind, ist der Sweet Aromatic wärmstens zu empfehlen. Obwohl mittelkräftig aromatisiert ist dieser Tabak dennoch keine Aromakeule.
Den exquisiten Eindruck, den durch die Verpackung zu vermitteln versucht wird, ist keine Augenwischerei. Nun gut, für die Vertreter englischer Mixturen: exquisite Süßpanscherei. Sicher gibt es noch exquisitere Rauchkräuter der Aromatenfamilie, aber wohl kaum in dieser
Preislage. Deshalb: Der Sweet Aromatic wird wohl bei vielen Pfeifenrauchern über die Probierphase hinaus zum regelmäßigen Begleiter werden. Bei mir ist er auf der Plus-Liste verewigt.
Einziger Wermutstropfen: Diese Mischung glimmt eben ein wenig zu rasch runter. Aber schlau von Meister Larsen: So besorgen sich die Liebhaber dieses wirklich guten Krauts rascher die nächste Ration.
(18.10.2002)