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Sweet Rum Twist

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Gawith & Hoggarth Sweet Rum Twist

(Pfeifentabak)

Markenname:Gawith & Hoggarth
Hersteller:Gawith Hoggarth (UK)
Mischung:Virginia
Schnittbreite:Twist
Typ:aromatisiert
Stärke:medium-stark
Verpackung:50 gr
Preis:8,- sfr

Klaus Komischke

Lassen wir erst mal den Hersteller zu Wort kommen: THE MAIN FEATURE OF THIS TOBACCO IS THE ADDITION OF MAPLE SUGARS BLENDED WITH RUM TO THE 'FILTER' LEAF. THIS IS THEN SPUN INTO A ROPE FORM BEFORE BEING MADE INTO A ROLL WHICH IS COLD-PRESSED OVERNIGHT.

Um es vorweg zu nehmen, dieser Tabak ist ein Hammer. Man sollte sich von dem Hinweis "sweet" (süß?) nicht täuschen lassen. Dieser Tabak ist nicht süßer als ein Virginia, obwohl im laut Hersteller wohl zusätzlich Zucker zugesetzt wurde. Mehr dazu später. Der Anblick des Rope Stücks in der Plastiktüte, lässt eher an die Entsorgung der Hinterlassenschaften eines unserer geliebten Vierbeiners denken. Nun denn 8,-- sfr. für so etwas. Nein es muss schon Tabak sein. Ein Strang dunkelbraunen Tabaks von der Stärke eines 10 Pfennigstücks. Die äußerer Struktur des Deckblatts lässt sehr schön die Struktur der Tabakblätter und die Verarbeitung erkennen. An den Schnittflächen sind einige hellere Tabakanteile zu erkennen. Der Duft ist eigentlich sehr dezent. Nach Rum (das Aroma verfliegt aber sehr schnell) und halt Tabak. Geruchsmässig ist der Tabak aber nur schwer einzuordnen. Dezent eben.
Wenn dieser Strang so vor mir liegt überlege ich unweigerlich, ob ich mir nicht ein Stück davon direkt in einen Pipe mit passender Kopfbohrung stecken soll. Aber auch so ein Tabak will vorbereitet - sprich zelebriert - werden. Also das Plugmesser gewetzt und dem Strang damit zu Leibe gerückt. Der Unterschied zum Plug ist, dass es hier nicht gilt einen steinharten Klumpen Tabak in eine wie auch immer geartete rauchfähige Form zu bringen, sondern einfach nur kleine Curls abzuschneiden. Leichter gesagt als getan, denn der Tabak ist nicht sehr fest gesponnen, so dass der Tabak beim schneiden zerfasert und man aufpassen muss, nicht zur große Tabakblätter zu erhalten. Ich versuche sehr dünne Scheibchen zu schneiden und rubbe diese dann auf. In dieser Mixture schaden dann größere Tabakanteile nicht.
Der Tabak ist recht trocken. Trockener jedenfalls als viele Flakes. Auch trocknet der Tabak mit der Zeit noch um einiges mehr aus, da er nicht so fest wie Flakes oder die kleiner Ropes wie z.B. der Pigtail ist. Mit weiterer Austrocknung scheint der Tabak weicher im Geschmack zu werden.
Das Stopfen des doch recht lockeren Ergebnis der Schneidarbeit ist einfach. Das Anzünden klappt auch ohne Probleme. Allerdings richtet sich der Tabak sehr stark auf, so dass man ein, zwei Mal die vorwitzigen Tabakfasern andrücken und nachfeuern muss. Schon die ersten Züge offenbaren, dass ich es hier nicht mit eine Einsteigertabak zu tun habe. Es ist ein überaus potenter Tabak.
Der Geschmack ist kräftig, "kratzig" untermalt vom Rumaroma und einer leichten Süße des Virginia und wohl auch des zugesetzten Zuckers.
Ich habe den Tabak bisher nur einmal oFi geraucht und fand ihn einfach viel zu stark. Mit den "White Elephant"-Meerschaumfiltern ist er gut rauchbar, ohne gleich die Engel singen zu hören.
Kondensatprobleme kann man hier wohl vergessen. Heißrauchen verbietet sich ebenfalls schon deswegen, weil der Tabak jedes zu starke Ziehen sofort mit Bitterkeit und seiner Nikotinladung quittiert. Ich fand den relativ hohen Zugwiederstand der MFi als recht angenehm, da ich so nur an dem Tabak zu "nippen" brauche.
Vom Abbrandverhalten her wäre es ein echter Anfängertabak, wäre da nicht die Stärke und die Aromatisierung auf die "englische Art".
Der Tabak behalt über die gesamte Füllung sein Aroma, lediglich das Rumaroma verliert sich mit der Füllungsdauer und macht den Virginias platz. Nicht so vielschichtig wie bei manchen VA-Flakes aber trotzdem nicht flach.
Die Asche ist eine Mischung aus feiner fast weißer und schwarzer gröberer Asche.

Fazit:
Ein heftiger Tabak, bei dem der Tabakgeschmack aber nichts zu wünschen übrig lässt. Die Aromatisierung passt in jedem Fall zum Tabak und erschlägt diesen nicht. Der kräftige Geschmack sagt mir mehr und mehr zu. Er lässt allerdings viele an sich schon recht starke Mischungen leicht und manchmal auch laff erscheinen. Kein Tabak für jeden Tag aber eine gute Wahl, wenn ein mal nach was richtig Kräftigen ist, ohne auf feine Geschmacksnuancen zu verzichten.
Ein Tabak, der in der deutschen Tabaklandschaft fehlt.

(30.04.2001)


Ingo Gebert

Sinngemäß übersetzt wird der Twist mit den folgenden Worten beschrieben: "Das Besondere an diesem Tabak ist das Hinzufügen von Ahornzucker abgemischt mit Rum, hinzugefügt dem "Fülltabak": Dieser wird dann in ein Seil gesponnen und aufgerollt und über Nacht kalt gepresst".
Diesen Twist habe ich mit der bewährten Schneidunterlage nebst dazugehörigem Taschenmesser zubereitet. Die Scheiben, die ich von dem Tabak abgetrennt habe, waren nicht zu dick, und diese habe ich anschließend noch etwas aufgerubbelt. Bis der Tabak seine richtige "Betriebstemperatur" erreicht, dauert es ein Weilchen, und auch anschließend ist gelegentliches Nachfeuern erforderlich. Ich gehe davon aus, das bei den Gawith and Hoggarth keine Brandbeschleuniger oder ähnliche Zusätze verwendet werden. Im ersten Drittel dominiert ein doch gut wahrnehmbar süßer Geschmack, ohne jedoch allzu künstlich zu wirken bzw. den Tabak zu erschlagen. Im weiteren Verlauf des Schmauchens kommt noch ein dezentes Rumaroma zu und ergänzt meinen Gaumen nach das gesamte Erscheinungsbild des Tabaks sinnvoll. Von der Stärke her kommt der Sweet Rum Twist mir "Full" daher, als "Anfangstabak" eines Tages würde ich ihn nicht gerade verwenden.

Fazit:
Daumen rauf, ein leckerer Tabak, der einem eigene angenehme Abendstündchen beschert hat.

(02.09.2004)


Manuel Evertz

Der Tabak kommt als mittelbrauner etwa 15 mm dicker Twist hier an. Der Geruch ist kräftig und hat etwas von einer kräftigen Zigarre. Vom Rum ist beim riechen erstmal nichts zu erschnuppern. Ich schneide in gerne in hauchdünne Scheiben und stapele diese dann in den Kopf der Pfeife.
Der Twist lässt sich sehr gut entzünden und wenn er einmal brennt, dann geht er kaum noch aus, auch wenn man die Pfeife mal einen Augenblick bei Seite legt.
Der erste Eindruck beim Schmauchen ist schwer und ein wenig süsslich. Wie ein gute Zigarre wechselt er mit der Zeit den Geschmack und erinnert auch an eine solche. Gegen Mitte der Pfeife kommt auch eine Nuance von Rum zum tragen, die sich bis zum Ende hält, aber niemals aufdringlich wirkt.
Vom Nikotingehalt her ist es ein Tabak, der einen im Gegensatz zu anderen Twists zwar nicht erschlägt, aber so richtig schön satt und bettschwer macht.
Eine in sich geschmacklich sehr schön abgestimmter Tabak, meinen Dank an den Tabakmeister von Gawith & Hogarth !

(21.05.2005)

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