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Wolsdorff Sweet Virginia
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Wolsdorff |
| Hersteller: | K&K |
| Mischung: | Virginia,Burley,BL.Cavendish und ready rubbed Flakes |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | aromatisiert |
| Flavour: | Fruchtig und süß |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 100gr.Dose |
| Preis: | 14,25 Euro |
Peter Lauff
Neulich bei Wolfsdorff in Essen zeigte man mir Stolz neue Hausmarken die von K.& K.hergestellt werden.Latakia, Flakes, Tutti Frutti, Vanille und andere Mischungen. Ich nahm meine kleine No Name Pfeife die ich immer mitnehme wenn ich Tabakgeschäfte aufsuche um Tabak zu probieren. Ich griff in die Sweet Virginia Dose und stopfte die Pfeife mit dem Tabak.
Während ich die Vitrinen und Schubladen nach Pfeifen durchsuchte rauchte ich den neuen Tabak und war von ihm angenehm überrascht. Fruchtig, süß und gar nicht künstlich schmeckend. Ich kaufte eine Dose um ihn mit aller Ruhe zu Hause zu rauchen. Weil mir frisch geöffneter Tabak fast immer zu naß ist, ließ ich die Dose über Nacht offen stehen. Am anderen Morgen roch es im Zimmer nach einem frischen Blumenstrauß oder frischem Obst.
Ich drückte den Tabak etwas zusammen und er federte gemächlich wieder zurück. Dann stopfte ich mir eine Meerschaum Pfeife damit, und mit einem Streichholz brannte der Tabak auch schon wie von selbst. Erst jetzt las ich die Beschreibung auf der Dose durch, denn schließlich wollte ich wissen was ich da rauche.Ich erschrak erstmal "Feinste Creme-Karamel" von Meisterhand....
Ich war Platt. Herr Kohl und Hase: Schon mal Caramell geraucht? Ich empfehle Larsen`s No. 50 oder den Sans Souci. Liegt hier schon wieder eine Verwechslung vor die des öffteren passieren? Oder hat ein Mexikaner bei K.& K nach dem Verzehr von Pepperoni in Tabascosoße gemeint: Hombre...dat is aber Caramell! Jedenfalls ist in meiner Dose Sweet Virginia nicht das drinn was drauf steht. Aus der Küche rief meine Frau: Das riecht aber gut, mach bloß das Fenster zu.
Nun sind etliche Gramm davon geraucht worden und er schmeckt mir immer noch. Aber Karamell? Nee,bis heute noch nicht. Weil der Tabak grob gerissen ist, fühlt er sich in großen Köpfen sauwohl. Er brennt problemlos zu feiner Asche herunter und hinterläßt keine pelzige Zunge. Was für eine gelungene Soßierung spricht. Fruchtig und Süß eben. Nach was für Früchte oder überhaupt, muß jeder für sich erschmecken. Ich leg`mich nicht fest.
Die Raumnote ist Himmlisch. Ein prima Aromat für den kommenden Sommer. Als Getränk empfielt sich süffiger Weißwein oder Apfelschorle.
Fazit:
Klasse gemachter Frucht Aromat der nicht danach schmeckt was auf der Dose steht. Anfängertauglich, weil problemlos und für erfahrene Raucher eine leichte und willkommende Abwechslung.
Kaufen, Rauchen, weiterempfehlen.
16.5.2003
Armin Boewing
Vorgestern bin ich gehetzt in die hiesige Wolsdorff-Filiale gestürmt, um dringend benötigten MB Mix-Nachschub heranzuschaffen. Dabei gab mir der freundliche, aber etwas unkoordinierte Verkäufer eine Tabakprobe in einem unbeschrifteten Papierbeutel mit und murmelte etwas von "Hausmarke" und "schottisch".
24 Stunden später habe ich den halben Laden verrückt gemacht, um schließlich herauszufinden, daß es sich um "Sweet Virginia" handelte. Der (neue) Verkäufer warnte mich, der Tabak sei aber völlig naturbelassen. Laut Aufschrift auf der Dose wird man beim Öffnen von "Creme-Karamell" in den Bann gezogen.
Alles Blödsinn.
Vor mir steht eine fest schließende 100g Dose, ziemlich genau wie beim Larsen #50. Die Beschriftung ist weitaus schlichter gehalten, dafür ist der Preis etwas höher (14,25 EUR). Nach dem Öffnen hat man ohne weitere innere Verpackung sofort der Tabak vor sich: Virginia und Burley (zum Teil recht langfaserig), angeblich auch Maryland, etwas Black Cavendish und eine ganze Reihe von zum Teil recht großen Flakestücken. Mich hat irritiert, daß der Flake erstaunlich dünn ist. Spontan denkt man kurz an Resteverwertung. Der Tabak verströmt ein dezentes fruchtiges Aroma, das durchaus anziehend wirken kann. Man wird aber weder "in den Bann gezogen" noch läßt sich "Creme-Karamell" diagnostizieren. Der Tabak läßt sich ohne Probleme in die (wegen der Flake- und langen Burleyanteile möglichst mindestens mittelgroße) Pfeife stopfen und in Brand setzen. Schlagartig kommt es dann zu einem doppelten Aha-Erlebnis: Die BH äußerte spontane Begeisterung wegen der Raumnote, ich selber fand den Tabak so lecker, daß ich mir dauernd "Ganz ruhig!" denken mußte, um nicht wild an der Pfeife zu saugen.
Zuerst zur Raumnote: Laut BH ist sie (die Raumnote) "dezent" und "lecker". Nach langem Verhör habe ich herausgefunden, daß Sweet Virginia etwas dezenter als der laut BH extrem leckere Sun of Kentucky wirken soll. Nun zum Geschmack: Er ist fruchtig, etwa wie ein halbtrockener Weißwein. Im Vergleich zu anderen Tabaken würde ich ihn geschmacklich zwischen Sun of Kentucky und 9elf einordnen. Faszinierend fand ich, daß der Geschmack vom Anzünden an da ist und bis zum Ende erhalten bleibt. Etwa im letzten Drittel betont dann auch der Tabak nachdrücklich seine Existenz und rundet den Genuß nach meinem Empfinden sehr erfolgreich ab. Übrig bleibt ein kleines Häufchen feiner weißgrauer Asche, die mit kleinen schwarzen Krümeln durchsetzt ist. Abgesehen von gelegentlichem Nachstopfen waren keinerlei Eingriffe bis zu diesem Ergebnis erforderlich.
Fazit:
Ich bin glücklich über meine tolle Entdeckung: Ein Tabak mit anhaltendem deutlichem fruchtigen Aroma, der einen nicht mit Süße erschlägt und problemlos ohne pappen und andere Ärgernisse abbrennt. In der Umwelt voll konsensfähig, gut anfängergeeignet und allen Kollegen der süßen Fraktion nur wärmstens an Herz zu legen.
Ich habe die 100g Dose am Dienstag gekauft und angekündigt, am kommenden Montag wegen Nachschub nochmal vorbeizukommen. Der Verkäufer hat mich daraufhin von oben herab voller Mitleid taxiert. Ich schätze mal, der wird in Kürze sein blaues Wunder erleben...
(29.05.2003)
[Wolsdorff ist in 22 deutschen Städten mit Filialen vertreten. Zentrale:
(040) 29878-0]