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Tabac Trennts 78

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Tabac Trennt's 78

(Pfeifentabak)

Markenname:Tabac Trennt
Hersteller:Kohlhase & Kopp
Mischung: 
Schnittbreite:Mixture
Typ:englisch
Stärke:medium-full
Verpackung:100g Vakuumbeutel
Preis:14,90 Euro

Michael Stelter

Vor einiger Zeit bekam ich diverse Proben aus dem alten Tabakhaus Trennt (gegründet 1870 in Kiel) zugeschickt. Von allen Proben gefiel mir der 78er mit dem hohen Latakia-Anteil am besten. So kaufte ich mir dann auch eine Nachfüllpackung a 100g für 14,90 Euro. Angeboten wird dieser Tabak übrigens auch in einer Holzschatulle für 18,90 Euro.

Ich schreibe schon jetzt ein Review, weil diese Probe wirklich großzügig bemessen war und ich mir jetzt auch ein Urteil erlauben kann. Erstaunlich, trotz der Vakuumverpackung riecht alles stark nach Schwarzwälder Schinken. Dann eine Überraschung: Als ich die Verpackung vorsichtig öffne fällt mir ein feuchter Brocken Presstabak in die Hand. Ein Geruch wie aus dem Pferdestall. Ich zerreiße den Block und fülle eine Tabakdose damit auf. Den Rest des Tabaks zerpflücke ich so gut es geht und fülle ihn in einen Zip-Lock-Beutel. Aus dem Beutel steigt jetzt auch ein Pumpernickel-Duft. Ein absoluter Hardcore-Engländer. Sehr viel intensiver im Bouquet als beispielsweise ein EMP oder Nightcap. So etwas habe ich noch nicht gerochen. Ich bin etwas verwirrt.

Das Tabakbild ist fast schwarz. Aufgelockert wird es durch einige helle Sprenkel. Zerbröselt ist der Schnitt eher kurz. Somit ist das Füllen der Pfeife kein Problem. Ich rauche gleich eine neue Pfeife ein. Eine Danske Club 13, eine großformatige Londoner, die nur für englische Mischungen bestimmt sein soll. Zwei Zündhölzer genügen und meine neue Pfeife glimmt. Von den Raucheigenschaften dieser Pfeife bin ich einfach begeistert, aber nun zum Tabak:

Die ersten Züge bescheren mir einen trockenen Mund. Der Tabak schmeckt wie er riecht. Nach dem ersten Viertel der Pfeife kommt dann das typische Trennt-Aroma durch. Sehr starker Tobak, der einen etwas lakritzigen Geschmack besitzt. Ich meine damit die scharfe salzige Version aus den Niederlanden. Beschäftigt man sich eingehend mit der Pfeife, dann langt ein sanfter „Kuss“ auf das Mundstück, um den Mund voll Rauch zu bekommen. So liebe ich das doch. Sollte die Pfeife doch einmal ausgehen, dann schmeckt sie nach dem erneuten anfeuern wieder genau so gut. Das Raumaroma erinnert jedoch mehr an eine Zigarre. Auch der Zigarrengeschmack setzt sich bis zum Ende des Rauchopfers immer mehr durch.

Fazit:
Der 78er ist sicherlich kein Allday-Smoke. Dafür passt er hervorragend in die kalte Jahreszeit. Nach einer guten Weihnachtsgans und zu einem schwereren Rotwein wird er das Tüpfelchen auf dem i sein. Wer gern auch eine gute Zigarre raucht, dem sei diese Mischung ans Herz gelegt. Ich empfehle größere Pfeifen in denen sich der Tabak voll entwickeln kann.
Dieser Tabak ist sehr stark. Ich rauche ihn mit Filter.

Trennts Tabake werden ohne Zusätze hergestellt. Das heißt, dass je nach Ernte, die Mischungen verschieden im Geschmack ausfallen können. Sicher ist, dass Tabac-Trennt eine alte Tradition bewahrt, denn schließlich haben die Vorfahren schon Kaisers Truppen beliefert. Das sollte man auch einmal probiert haben. Besonders interessant und witzig geschrieben finde ich die Chronik ( http://www.tabactrennt.de/chronik.htm ). Den 78er werde ich immer in meiner Tabakbar vorrätig haben. Zu guter Letzt schließe ich mit dem Trennt-Spruch:

Jeder Smöker
hett sin Höker
De wat kennt
Swört op Trennt

(27.10.2008)

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