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Tabak Ascanian No 1

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Ascanian No. 1 "Soft & Unique"

(Pfeifentabak)

Markenname:Ascanian
Hersteller:DTM
Mischung:Virginia Tabake aus Zimbabwe und Mysore, zwei Prisen Orient und 5% Perique
Schnittbreite:Ready Rubbed
Typ:naturbelassen
Stärke:leicht-medium
Verpackung:50 g Dose, 100 g Dose, 200 g Dose
Preis:EUR 11,50 (50 g), EUR 21,50 (100 g), EUR 39,50 (200 g) (November 2011)

Lars Hermanns

Durch die Beschreibung im Dan Pipe Katalog 2012 und das erste Video auf YouTube bin ich auf den "Ascanian No. 1" aus dem Hause DTM Dan Tobacco in Lauenburg aufmerksam geworden. Naturbelassene Tabake reizen mich neben meinen geliebten Aromaten immer wieder, sodass ich mir die „Soft & Unique“ Mischung unbedingt einmal holen wollte. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Das Versprechen von Dr. Heiko Behrens (Geschäftsführer von Dan Pipe und DTM Dan Tobacco): "Virginia aus Zambia und Mysore mit einem Nikotingehalt von ursprünglich etwa 3,5%, welcher durch lange Lagerung langsam abgebaut wurde. Dazu zwei Prisen besten Orients und 5% Perique werden für 2 Tage mit 50 bar gepresst, danach in der Spindelpressung für drei Monate reifegelagert, geschnitten und verpackt."

Der Tabak ist ein klassischer Ready Rubbed Flake mit Anteilen von noch recht breiten Flake Stückchen. Der Virginia, der Basis dieser Mixture bildet, ist klar und deutlich zu sehen. Ein schönes Tabaksbild, wenn auch ohne farbliche Höhen oder Tiefen.

Der Geschmack des „Ascanian No. 1 „Soft & Unique““ lässt sich nur als „blumig beschreiben. Gleiches gilt für die Raumnote. Perique und Virginia ergeben zusammen bekanntlich dieses Aroma nach frischem Heu mit floralen Untertönen. Auch erinnert mich der Duft ab und an an Räucherstäbchen, woran man sich erst ein wenig gewöhnen muss. Manch anderer wird den Geschmack vermutlich gar als „seifig“ bezeichnen. Alles in allem ein wenig gewöhnungsbedürftig, da ich bisher neben Aromaten vor allem natursüße Virginias geraucht habe. Mit Perique bin ich bislang nur beim „Three Nuns“ in Berührung gekommen. Bei Dan Tobaccos „Ascanian No. 1“ hat mich das Zusammenspiel aus Virginias, Orientblattgut und Perique definitiv überzeugt.

Der Tabak kommt als Ready Rubbed Flake daher und hat von Werk aus die perfekte Konditionierung, was die Feuchtigkeit angeht. Man kann ihn also direkt in die Pfeife geben und entzünden. Nicht zu fest gestopft, sondern lieber ein wenig lockerer, kann sich der Tabak vor allem in größeren Pfeifenköpfen gut entfalten, was auch auf das Aroma zutrifft. Ich rauche ihn bevorzugt aus einer Savinelli 320 KS, die für ihre weite Kopfbohrung bekannt ist. Bei behutsamen Ziehen und ruhigem Rauchverhalten glimmt der Tabak ruhig und gleichmäßig ab, bis nur noch ein kleines Häufchen mittelgrauer Asche übrig bleibt. Zu starkes Ziehen dankt er einem mit einem bitteren Aroma bis hin zum kompletten Kippen des Geschmacks. Ruhe und Gelassenheit sind hier wirklich das A und O.

Als Verpackung kommt ausschließlich die Hochdose zum Einsatz. Man kann wählen zwischen 50g, 100g und 200g. Der Hintergrund hierfür ist, dass der Tabak bereits im Vorfeld unter sehr hohem Druck gepresst und anschließend in der Spindelpresse reifegelagert worden ist. Durch diesen Prozess haben sich die Aromen perfekt zu dem von Dr. Heiko Behrens (Geschäftsführer von Dan Tobacco) angestrebten Gesamtbild zusammengefügt. Eine anschließende Pressung in Pouches oder kleine Dosen würde dazu führen, dass der Tabak erneut nachreift, was das Gesamtergebnis verfälschen würde. Daher wird er stets lose in die Hochdosen eingebracht und auch nicht vakuumdicht verpackt, sondern lediglich aromadicht. Somit wird sichergestellt, dass der Tabak stets den gleichen Geschmack entfalten wird, wie von Dr. Behrens angestrebt. Die Dosen sind dabei sehr bequem mittels Lasche zu öffnen und mit dem Plastikdeckel zu verschließen. Aufgrund des nicht vorhandenen luftdichten Deckels empfiehlt es sich, dem Tabak bei längerer Lagerung nach dem Öffnen einen Humidrol beizufügen.

Der Preis für diese neue Kreation aus dem Hause DTM Dan Tobacco ist auf den ersten Blick happig. € 11,50 für die 50g Hochdose mögen hoch erscheinen, und im Vergleich zu anderen DTM Mixtures ist dem auch so. Dem gegenüber steht jedoch die extrem hohe Verarbeitungsqualität, die auf dem deutschen Tabakmarkt Ihresgleichen sucht. Ich kenne genügend Mixtures anderer Hersteller, die bei niedrigerer Qualität zum Teil sogar noch mehr kosten. Von daher betrachte ich das Preis-Leistungsverhältnis als angemessen. Dieser Tabak ist wirklich jeden Cent wert!

Ich kann den „Ascanian No. 1 Soft & Unique“ von DTM Dan Tobacco wirklich uneingeschränkt weiter empfehlen. Es ist wirklich eine naturbelassene Mixture höchster Qualität. Der Abbrand ist super, die Verarbeitung exzellent. Die Hochdose macht auch bei den 50g optisch viel her und kann sich sehen lassen. Nach all den Mainstream Tabaken ist Dr. Behrens mit seiner Ascanian Reihe definitiv eine Reihe naturbelassener Tabake gelungen, die noch lange die Pfeifenraucher begeistern wird.

Ein paar allgemeine Informationen möchte ich zum Abschluss noch ergänzen. Virginia Tabake sind generell für ihre Natursüße bekannt. Vor allem die Mysore-Virginias aus Indien haben einen natürlichen Zuckeranteil von 25%! Daher zählen sie bereits seit langem zu meinen absoluten Favoriten und sind erstklassig dazu geeignet, Pfeifen einzurauchen. Bei Perique handelt es sich hingegen um eine Veredelung von Tabak, die bereits vor Jahrhunderten von den amerikanischen Ureinwohnern angewendet worden ist. Heute nimmt man hierzu zumeist Kentucky Tabake, die unter sehr hohem Druck in Fässern gepresst gelagert werden. Hierdurch durchlaufen sie einen Fermentationsprozess, der ihnen diesen sehr starken, typisch modrigen Geruch und Geschmack verleiht. Aus diesem Grund darf er auch stets nur sehr sparsam verwendet werden. Im Fall von „Ascanian No. 1“ hat Herr Dr. Behrens sich für die Beigabe von 5% entschieden. Schon lange werden Virginias und Perique gemischt und auf den Markt gebracht, da sie zusammen dieses typische Seifen-Aroma ergeben, das ich gern als blumig/floral bezeichne, und das mich stets an frisches Heu erinnert.

So sehr ich Virginia Tabake liebe, so heikel sind sie in ihrem Abbrandverhalten. Bedingt durch den hohen Zuckeranteil neigen sie dazu, sich schnell heißrauchen zu lassen, was sie einem durch einen bitteren Geschmack danken, der das gesamte Aroma kippen lassen kann. Daher ist es bei einer Virginia-Mischung unabdingbar, mit Ruhe und Muße an das Rauchen heran zu gehen. Zu starkes Ziehen, ein zu schneller Rhythmus und eine übertrieben Angst, dass die Pfeife ausgehen könnte, führt nur zu schnell zur Überhitzung. Von daher mein Tipp speziell an Anfänger: Sollte die Pfeife ausgehen, dann nicht verrückt machen lassen! Sondern lieber den Tabak in der Pfeife kurz nachglätten (mit dem Stopfer) und behutsam wieder entzünden (ich bevorzuge hierfür Streichhölzer). Sollte die Glut zu heiß werden (merkt man am Pfeifenkopf und am langsam kippenden Geschmack), dann bitte die Pfeife ausgehen und einige Minuten ruhen lassen. Anschließend neu entzünden und behutsam weiterrauchen. Nach einem kurzen Moment sollte sie dann wieder schmecken.

Hier geht es zu meinem Review-Video auf YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=ogISuMg7ybw

Ich hoffe, das Review hat euch soweit gefallen. Ich kann den Tabak wirklich weiter empfehlen und rate dazu, Herrn Dr. Behrens ein entsprechendes Feedback zukommen zu lassen.

(05.11.2011)


Axel Wittich

Mein Vor-Rezensent hat bereits alles Wesentliche zu Inhalt, Konditionierung und Verpackung geschrieben. Leider kann ich sein sensorisches Urteil nicht nachempfinden.

Mit viel Vorschusslorbeeren bedacht, habe ich mich auf einen typischen Virginia-Tabak gefreut,der durch Prisen von Perique und Orient sicher nur gewinnen kann. Stattdessen treffe ich auf ein Geschmackserlebnis, das "nicht Fisch nicht Fleisch" ist. In den unterschiedlichsten Pfeifengrößen, allesamt mit Virginia eingeraucht, habe ich ihn genossen. Mit und ohne Filter und sogar in jungfräulicher Tonpfeife. Mal hochkonzentriert, mal nebenbei, aber immer mit Bedacht und schön langsam.

Von einer blumigen Note kann ich nichts feststellen. Im Gegenteil. Der Tabak kommt eher rauchig und eindimensional rüber. Leider nicht so rauchig, wie ich ihn von meinen Orientals her schätze. Da fehlt dann das Subtile, die Nuancen, die feine Süße, die sogar ein Orient erzeugt und einen Virginiatabak auszeichnen sollte.

Ich kann ihn weder der klassischen Virginia-Fraktion zuordnen, dazu ist er zu rau(h), es fehlt die Süße und das Weiche im Rauch. Noch befriedigt er meine Vorliebe zu Orientmischungen. Ich habe mich wirklich durch die 50 Gramm durchgeraucht, ohne einen Funken der Begeisterung zu spüren, den ich sofort wieder hatte, als ich den "Bright Virginia No.11" von Pfeifen Schilde rauchte. Der kommt dem Ideal in meinem Falle am ehesten entgegen und besteht ja ebenfalls aus den im Ascanian verwendeten Provinienzen. Bei einem reinen Virginia-Tabak bin ich wieder auf meinen 08/15 Richmond Navy Cut umgestiegen, der alles bietet, was man von einem guten Virginia Flake erwarten darf.

Als ich dann noch einen dicken, verklebten Placken ungeschnittenen Plugs in der Dose aufdröseln musste, war ich mit diesem Tabak durch. Da das Preis/Leistungsverhältnis eher ungünstig ist, plane ich nicht, mich durch diese Serie durchzuprobieren, wie ich es ursprünglich vor hatte. Denn es gibt - für mich - bessere Alternativen.

Also: Daumen waagerecht, weil ich dem Tabak wirklich nichts Besonderes abgewinnen kann, er aber sicher nicht schlecht ist und der Genuss eben eine Geschmackssache bleibt.

29.03.2012)

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