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Planta Tabakskollegium von 1724 (gelb)
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | Planta |
| Mischung: | Virginia, Black Cavendish |
| Schnittbreite: | verschieden |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 100 g Dose |
| Preis: | 12, 50 Euro/100 g |
Oliver Pohland
Die Dose Königlich Preussisches Tabakskollegium von 1724 in Gelb (KPT - Gelb) habe ich bei meinem Händler das erste mal gesehen und da mir die Marke irgendwie ein Begriff war, habe ich ihn auch gleich gekauft. Ich wusste zwar nicht woher ich KPT kenne, nach einer kleinen Recherche im Danpipe Katalog habe ich jedoch festgestellt, dass er auch in den Versionen rot (1722) und blau (1720) daher kommt. KPT - Gelb gibt es jedoch noch nicht bei Danpipe, denn nach Auskunft meines Händlers und einigen Nachfragen im Daft - Chat ist er recht neu auf dem Markt.
Nach dem Öffnen der vakuumverpackten Dose ist der Tabak zusätzlich in einem Plastebeutel verpackt und die Dose lässt sich mit dem Deckel auch wieder luftdicht verschließen. Man vernimmt schnell einen sehr deutlich süßen Geruch von Früchten und Pflaume. Irgendwie erinnert er mich auch an die Indigo - Mixture von Stanwell, jedoch ist der Flavour viel dezenter, weicher und runder.
Das Stopfen und Anzünden geht ohne Probleme vor sich, allerdings sollte man ihn nicht zu fest stopfen. Geraucht habe ich ihn sowohl mit AKF als auch mit Papierfilter in Pfeifen mit größerem Füllvolumen, da er sich auch etwas aufbäumt. Der Tabak brennt problemlos und glücklicherweise ist von dem fruchtigen Geruch beim Rauchen viel weniger zu schmecken, so dass ein sehr angenehmer und milder Tabakgeschmack vorhanden ist und kein künstliches Aroma überlagert. Der Tabak brennt sauber ab und zum Schluss hat man fast nur noch feine helle Asche im Pfeifenkopf. Dennoch sollte man die Pfeife nicht länger ausgehen lassen, denn das Wiederanzünden schlägt sich negativ auf den Geschmack nieder. Die Raumnote ist, wie bei vielen Aromaten, sehr angenehm und irgendwie kann ich nicht erkennen, warum die Planta Tabake hier oftmals so schlecht in der Gunst der Daftler stehen.
Fazit:
Ein toller aromatisierter Tabak und eine ausgewogene Mischung, die mehr hält, als er verspricht und den jeder mal rauchen sollte, der Aromaten mag.
(04.03.2002)
Uwe Hesse
Die Berliner Tabakmanufaktur, mir bislang vor allem als Labor gnadenloser Über-Aromaten in Erinnerung (Holger Danske nein danke!), hatte erstmals Ende 2001 diese relativ natürliche VA-Mischung in ihrer Reihe Kgl. Preuß. Tabakskollegium vorgestellt.
Die Herstellerbeschreibung: >Tabakskollegium gelb: Die ausgewählte Kombination aus hellen Virginia-Graden gibt dieser Mischung ihren natürlich süßen Charakter - mit etwas nussigem Burley und einer Spur weichen Cavendishs entsteht eine milde mittelkräftige Mischung. Ein Hauch von Honig-Nektar und Caramel vollenden das Rauchvergnügen.<
Der von mir angefeuchtete Tabak duftet aus der Probetüte sehr süß, vergleichbar der Zuckerlösung DTM Sweet Vanilla Honeydew. Das Tabakbild wird vom hellen Virginia beherrscht, mit einigen dunkleren Burleystreifen, den BC muß man hingegen mit der Lupe suchen, was sehr ungewöhnlich bei Plantatabaken ist. Dies alles ist recht schmal und kurz geschnitten mit wenigen kleinen Flaketeilen, siehe Foto im Dan Pipe Katalog 2003, S. 24. In der Pfeife duftet es ebenfalls angenehm mild süßlich und nussig, anfänglich auch mit einer leichten Karamelnote.
Der Tabak ist mild und absolut verträglich, die Plantabeschreibung als mittelkräftig halte ich schon für übertrieben.
Weniger Zusatz von Brandbeschleuniger hätte aber auch gereicht, so glimmt es wenn man nicht ständig aufpaßt sehr flott mit permanenter Gefahr zum Heißrauchen, dann kippt der Geschmack zur Strafe ins stinkige und wird bissig (Stanwell AKF). Dies dürfte aber für erfahrene Kühl-Raucher kein wirkliches Problem sein.
Zum Schluß bleibt nur helle pudrige Asche übrig, die sich allenfalls noch zum Streuen eisglatter Wege eignet.
Die Raumnote ist mild süßlich tabakecht, fast zigarettenartig, ähnlich der des OGS; also kein einschmeichelnder Fruchtcocktail á la Mahrakuhja-Vanillah-Bourbon, langjährige Plantafans aufgepasst!
Leider muss man wie bei allen Tabaken dieser Reihe gleich eine 100g Dose erwerben, das werde ich mir dann doch sehr überlegen. Wozu eine Kopie kaufen, wenn man zum gleichen Preis die in ihren Abbrandeigenschaften deutlich ausgewogeneren dänischen Originale haben kann?
Fazit:
Ein durchaus (b)rauchbarer Tabak aus Berlin, der den Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. (1688-1740) als Begründer des Königlich-Preußischen Tabakskollegiums nicht im Grabe rotieren läßt und den Vergleich mit bekannten dänischen Honigtabaken kaum zu scheuen braucht.
Herstellerinfo: http://www.planta-tabak.de/pfeset.html
(30.12.2002)