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Rattray's Terry Red (Danish Line)
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | ??? Made in EEC |
| Mischung: | light Virginia tobaccos from North Carolina and Black Cavendish |
| Schnittbreite: | verschiedene Schnittbreiten zwischen 1,8 und 2,4 mm |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 50 g |
| Preis: | 12,50 DM |
Björn Hollensteiner
Probe No. 2 ist anscheinend eine der gängigen Virginia, Burley, Black Cavendish - Mischungen, bei denen nur das Top Flavour ausgetauscht wird. Das Mischungsbild ist farbfreudig, in nahezu gleichen Teilen sind die drei Tabaksorten vertreten. Der Tabak ist ebenfalls schon recht trocken, was aber am Transport liegen könnte. Das Flavour erinnert mich an Schokolade und Walnuss, ein undefinierbarer Süßungsbestandteil ist auch dabei. Es ist dem Hersteller gelungen, einen recht leckeren Geruchseindruck hervorzurufen, der allerdings für meine Begriffe doch künstlich wirkt. Nun denn - rin in die für solche Tabake vorgesehene Claude Romain Lovat, und ein erster Rauchversuch.
Der Tabak brennt sofort nach dem zweiten Entzünden und verliert ziemlich an Volumen, bald ist die Pfeife schon halb leer. Der Rauch ist sehr leicht, von Tabakduft ist nicht viel zu entdecken, die prägende Rolle gehört den Flavourings. Diese würde ich nun irgendwie im Bereich von Nuss, Karamell und Schokolade einordnen, ganz klar wird das nicht. Meine von Volumenboliden wie dem Marlin Flake und Hal o' the Wynd verwöhnte Zunge wundert sich über die sanfte Brise, die da über sie hinwegstreicht. Das Abbrandverhalten ist ganz ordentlich, es entsteht wenig Kondensat und die Asche ist auch recht fein. Zu schnelles Ziehen führt aber zu heißem Rauch, also Vorsicht. Gegen Ende der Füllung meine ich doch noch etwas Tabakaroma zu vernehmen, sicher bin ich mir aber nicht. Eine zweite Füllung in derselben Pfeife einen Tag später erbringt nicht wesentlich andere Ergebnisse.
Fazit:
Kein schlechter Aromatic, die Raucheigenschaften sind in Ordnung, auch das Aroma kann in gewissen Grenzen überzeugen. Mir ist der Tabak allerdings entschieden zu leicht. Anfänger und Leichtraucher dürften diesen Tabak lieben, dem Connaisseur von stärkeren Virginia-Flakes entlockt er nur ein mildes Lächeln.
Frank Nicolai
Probe 2 kommt als grob geschnittene VA/BC Mixture in braun und dunkelbraun daher. Sie duftet nach Honig mit schokoladigem Unterton. Da ich eine gewisse Abneigung gegen Honig-Mixturen habe, ist meine Skepsis geweckt. Sicherlich nicht ohne Voreingenommenheit stopfe ich eine Oldenkott mit dem Tabak. Das zumindest geht leicht und problemlos, denn durch die Schnittart ist wie bei der Probe 1 kaum ein zu festes Stopfen möglich. In Sachen Anzünden kommt schon der erste Unterschied: Ich habe für die Probe 2 erstaunlicherweise etliche Versuche benötigt, ehe der Tabak richtig glimmte. Dann der Geschmack - wie gesagt, mit Spannung erwartet; die Noträumung immer vor Augen. Doch das war dann doch nicht nötig. Der Rauch trägt ein süßes Aroma, das mich nur entfernt an Honig erinnert. Die Süße ist definitiv einem Flavour geschuldet, ohne jedoch aufdringlich künstlich zu wirken. Im Hintergrund ist sogar noch der rauchige Geschmack des Tabaks zu erkennen. Der Tabak ist recht leicht und raucht sich - wenn denn in Gang - ruhig und ohne zu heiß zu werden bis zum Ende ohne allzugrossen Geschmacksverlust. Was mir gefällt, und anfangs meine Skepsis hervorrief: er brennt mir nicht die Zunge weg; obwohl ich das aufgrund seiner Honig-Aromatisierung erwartet habe. Über bleibt etwas dunkelgraue und relativ feste Asche, was erstaunt, denn der Tabak war nicht gerade feucht. Auch die Kondensatbildung ist für einen Tabak dieser Art verhältnismäßig gering. Die Raumnote entspricht dem, was man bei von aromatisierten Tabaken erwartet: für den Laien und Zimmer-mit-Benutzer angenehm; aromatisch süßlich. Der Gleichklang von Tabakgeruch, -geschmack und Raumnote ist schon erstaunlich.
Fazit:
Probe 2 ist für mich ein "Na ja, kann man rauchen, muss man aber nicht"-Tabak. Zu leicht, zu süß und ohne Höhen und Tiefen. Ich halte ihn für einen Exlusiv-Tabak, obwohl der Geruch mich in Richtung Mac Baren verwies.
Wolf-Rüdiger Jürgens
Probe 2 ist eine bunt gemischte hellbraune Tabakmixtur. Er verbreitet aber einen mehr dänischen
Geruch so dass er in die Aroma Pfeifen darf. Das Stopfen gestaltet sich problemlos. Ebenso das
Anzünden, mehr als ein Streichholz ist nicht nötig ihn in Brand zu setzen. Schon bei den ersten
Zügen ein deja vu , das typische Planta Aroma. Leichte Karamell und Schokoladen Töne geben dem
Tabak nur wenig Spielraum sich zu entfalten. Das bleibt auch so bis zur Mitte der Pfeife, dann
kommt etwas mehr Tabakgeschmack durch. Der Abbrand ist in Ordnung Probe 2 hinterlässt nur Asche.
Die Stärke ist eher leicht. Fazit: Probe 2 sagt mir nicht so zu, ich mag diese künstliche
Aromatisierung nicht mehr, seit ich bessere aromatisierte Mixturen kennenlernt habe. Aber
wer nur aromatische Tabake raucht könnte seinen Gefallen an ihm finden. Mein Tipp geht in
Richtung Planta.
Rolf Öttking
Probe Nummer zwei ist die Leichteste unter den drei Proben.
Der Basistabak ist kontrastreich mittelbraun und schwarz (vorherrschend) mit wenig hellen Anteilen.
Es handelt sich um gleichmäßig geschnittenen Tabak mit wenigen granulierten Anteilen. Dass diese
zerbröselt sind, glaube ich nicht, da der Tabak gut konditioniert angekommen ist (wie übrigens
auch die anderen Proben). Der Tabak lässt sich gut entzünden und hat gleichmäßigen, trockenen
Abbrand. Beim Rauchen kommen die Nebenaromen hervor, das Perique Aroma ist nicht so stark
ausgeprägt. Heißrauchen schwächt den Geschmack insgesamt ab. Es ist keine Aromatisierung
spürbar (wie auch??), zur Mitte hin wird der Tabak etwas pfefferig", bleibt aber tabakecht.
Wiederentzünden ist problemlos, der Geschmack bleibt. Die Mischung bleibt bis zum Ende etwas
leichter als medium, bei Heißrauchen ist der Tabakgeschmack schwächer. Zum Ende hin wird ein
leichtes Brotaroma" merkbar und der Tabak schmeckt ein wenig nussig. Gut bis zum Ende durchzurauchen,
hinterlässt der Tabak trockene, hellgraue Asche, die leicht aus der Pfeife fällt.
Fazit:
Keine Ahnung, um welchen Tabak es sich handelt. Jedenfalls ist es eine VA/Perique Mischung mit
recht geringem Perique Anteil im Geschmack, was den Nebenaromen entgegenkommt. Sehr angenehm zu
rauchen und recht leicht. Geeignet für den ganzen Tag.
Jörg Eichelberger
Beim Öffnen des Beutels schlägt mir ein Kirschgeruch entgegen, der mich fast von Stuhl fallen lässt.
Das muss so ein Zeug sein, wie es immer ein früherer Kollege geraucht hat, frei nach Genesis:
"You can tell me by the way I smell". Ich habe mich dann nach Möglichkeit schnell aus dem Staub
gemacht. Nun gut, stopfe ich mir die Les Wood, die sonst nur Latakia gefüttert bekommt. Eine
ordentliche Portion The Bankers oder Nachtmütze sollte später die Kirschen wieder vertreiben helfen.
Positiv ist zu vermerken, dass stopfen und anzünden leicht von der Hand geht. Dann verlassen sie ihn aber. Doch dann nur noch heiße Luft mit Kirschgeschmack, von dem nach der Hälfte auch nichts mehr übrig ist.
Soll da etwa auch Tabak drin sein oder ist das Ganze etwa nur aromatisiertes Pappmachée? Ich kapituliere und nehme eine Noträumung vor. Der Rest musste gemeinsam mit dem versauten Zip Lock entsorgt werden
Wertung:
Thema verfehlt, setzen.
Gert Müller
Ein sehr schönes Tabakbild. Nicht zu langfaseriger, ungepresster 2 mm Schnitt. Helle, gold und dunkelbraune Anteile, dazu etwas Black Cavendish. Sehr feines ,dezentes Kakao Aroma (vom Burley?). Das Stopfen (eine goldbraune Chacom Army scheint mir die angemessene Pfeife) geht einfach, da keine Presstabake enthalten sind. Genauso einfach wie das Füllen der Pfeife ist auch das Anzünden, der Tabak brennt leicht und stetig. Der Geschmack hält was der Geruch verspricht. Feiner Tabakgeschmack mit leicht herber Kakaonote und vielleicht etwas Karamell im Hintergrund. Der Rauch ist leicht, trocken und kühl, sehr angenehm. Im letzten Drittel wird der Tabak etwas würziger ohne aber sein feines Aroma zu verlieren. Wenn überhaupt, ist dieser Tabak nur sehr dezent aromatisiert. Für meine latakiagewohnte Zunge eine wirklich angenehme Abwechslung, da er tabakechten Geschmack mit feiner herbsüßer Würze verbindet. Milder Rauch ohne Neigung zu Biss, den andere VA Burley BC Mixtures manchmal haben. Die Raumnote, so wurde mir von Mitrauchern bestätigt, ist tabakecht mit leichter Kaffeenote, unaufdringlich, angenehm. Schade, dass ich nur eine Probe habe, 50 g (oder 100 g ?) wären gerade recht gewesen :o), aber wenn ich den Namen dieses Tabaks erfahre (erinnert mich an Larsens Virgina Flowers), werde ich mir garantiert eine größere Packung zulegen und vielleicht auch in den kleinen Kreis meiner Lieblinge aufnehmen!
(07.07.2000)