daft.de

.

Aktuelles

Termine

Pfeifen

Tabak

Schnupftabak

FAQ

Artikel

Bücher

Download

Läden

Linklisten

Zigarren

Hilfe

Mailingliste

Kontakt

Impressum


The Blend633-Virginia Flake

zurück

Solani The Blend 633 - Virginia Flake

(Pfeifentabak)

Markenname:Solani
Hersteller:K & K - Steuernummer: 92130
Mischung:Virginia mit Perique
Schnittbreite:Flake
Typ:leicht aromatisiert
Stärke:leicht-medium
Verpackung:50 gr. Rechteck-Dose
Preis:7,93 Euro

Andreas Berberich

Als ich die Dose zum ersten mal öffne bin ich nicht allein. Zwei daft-Fratres und ein unbeteiligter Pfeifenmacher sind zugegen. Drei der vier Nasen verteilen sich dicht über der frisch geöffneten Dose, und versuchen ein wenig vom unbekannten Geruch zu erhaschen. Diese Übung wäre gar nicht notwendig gewesen, da das Aroma derart intensiv ist, dass der unbeteiligte, mehrere Meter weg verweilende Pfeifenmacher spontan äußert:" Kenn' ich, bekommt man Kopfschmerzen von."

Das dies ein wahres Wort gelassen gesprochen war, sollte ich erst einige Stunden später erkennen. Nach dem ersten Eindruck fiel mir die Verteilung der Proben - übles ahnend - leicht. Oder aber eben nicht, denn merkwürdiger Weise sagte Willi, ehe ich richtig in die Dose packen konnte, "Komm, nicht so viel!!"

Auf der Heimfahrt ging mir der Geruch nicht aus dem Kopf, respektive der Nase; jedoch war es mir unmöglich, ihn einzuordnen. Ich beschloss, einen" Putzfrauentest" zu machen. Also legte ich den Tabak alsbald zwei dem Rauchen völlig unzugänglichen Damen unter die Nase, Spontane Reaktion: "Mmmh, Früchtebrot!" Redeten wir über das Produkt eines Bäckers, könnte dieser ob des olfaktorischen Wiedererkennungswertes seines Werkes stolz sein. Ich gehöre jedoch zu der Fraktion, die einen solch spontanen Vergleich eines Tabaks mit Spezereien eher kritisch beäugt. Nun denn: ich habe Ihn gekauft, ich wollte ihn rewieven, also musste ich ihn auch Rauchen. Den Flake aus der Dose genommen, eine Scheibe geknickt und unter leichtem drehen in eine mittelgroße Savinelli Bent Sand gestopft (Papierfilter geladen). Zugwiederstand sehr gut; das Ende des Flakes ein wenig aufgelockert und angezündet. Meine erste Assoziation: Hoechst! Die zweite: BASF.

Nach und nach fallen mir sämtliche Analystenempfehlungen der Chemiebranche der vergangenen Wochen ein. Sollte dieser Tabak ein Verkaufsschlager werden, werde ich mich mit Aktien dieser Firmen eindecken ;-). Vom Tabak schmecke ich überhaupt nichts. Ein süßliches unnatürliches Etwas trifft auf meine Zunge. Kühl lässt sich das Zeug rauchen, aber das nützt nichts.

Aber: Ich habe Ihn gekauft, ich wollte ihn rewieven, also wird diese Pfeife zu Ende geraucht. Nach der Hälfte der Pfeife verflüchtigt sich der chemische Geschmack immer mehr, und ich war noch nie so froh darüber, nasse Pappe in meiner Pfeife zu schmecken (eigentlich war ich bis zu diesem Moment noch nie froh darüber!). Tapfer weiter: Im unteren Viertel fängt es zu gurgeln an. Jetzt reicht es. Ich lasse die Pfeife ausgehen, und rühre alles um, um wenigstens das versuppen zu verhindern.

Ein weiser Mann hat einmal gesagt: "Du musst einen Tabak mindestens zweimal rauchen, um ihn zu beurteilen." Dieser weise Mann (mein Opa) kannte diesen Flake nicht. Aber gut: ich habe Ihn gekauft, ich wollte ihn rewieven, ich musste ihn ein zweites mal rauchen. Also: Ein Fall für Hannes III (meine Maiskolbenpfeife) Ich mache es kurz: Hannes III - bisher mit gutem Kraut verwöhnt - macht demnächst Hannes IV platz, denn zu allem Überfluss: Crossover ist dieses Flakes zweiter Name (meine Savinelli bedankte sich sogar artig bei mir, nachdem ich mit Salz und Alkohol Erste Hilfe geleistet hatte.!)

Fazit:
Nach zwei Füllungen war Schluss. Dieser Tabak ist - ich muss es sagen - das schlimmste, was mir jemals zwischen die Finger kam. Ich bin heute noch meinem ersten Pfeifenhändler dankbar, der mir als Anfängertabak den Dunhill London Mix empfahl. Dadurch musste ich nie durch die Hölle der P's gehen. Diese mögen objektiv noch übler sein. Dieser Tabak ist sogar schlimmer als der Indigo, den ich einmal verkostete. Denn der ist wenigstens ehrlich. Der sagt schon auf der Dose, dass die Früchteindustrie nicht unbeteiligt an der Herstellung ist.

(16.09.2000)


Gregor Freckmann

Der ortsansässigen Händler äußerte seine Verwunderung, dass ich so zielstrebig nach dem Solani griff, denn er sei etwas Besonderes. Ich habe den Tabak bisher auch sonst nirgendwo gesehen, deshalb reizte es mich, ihn zu probieren.

Der Solani hat ein angenehmes, leicht fruchtiges Aroma. Die hell- und dunkelbraunen Blätter sind sehr stark zusammengepresst, so dass er fast wie ein Plug aussieht. Der etwas feuchte Flake lässt sich allerdings gut zerreiben.

Im Prinzip handelt es sich um einen eher leichteren Tabak, bei dem im "Hintergrund" etwas Würze, vom Perique, mitschwingt. Bei kräftigerem Ziehen bemerkt man ein leichtes Kribbeln auf der Zunge (der besondere Kick?)

Nach einmaligem, sehr intensiven Anzünden brannte der Tabak gleichmäßig ab, auch der Geschmack blieb bis zum Schluss nahezu unverändert. Leider konnte ich den angenehmen Geruch im Geschmack nicht wiederfinden.

Obwohl überschwängliche Begeisterung bei mir nicht aufkommen will, glaube ich aber, dass man diesen Tabak einmal probieren sollte.

(15.05.2001)


Frank Nicolai

Nach dem Verriss von Andreas habe ich die Dose lange im Schrank liegengelassen. Wir haben den Tabak fast zeitgleich nach dem Erscheinen auf dem deutschen Mark gekauft - möglich, dass der Tabak damals noch nicht reif (gelagert) war und das Agen ihm sehr gut bekommen ist; meine Eindrücke sind jedenfalls grundverschieden von denen Andreas'.

Beim Öffnen der Dose schaut man auf eine kompakte Masse Tabak - das könnte fast ein Plug sein ;-) Die Flakescheiben musste ich mit einem Messer voneinander trennen - sie klebten fest zusammen. Das bedeutet also auch, dass der Tabak recht feucht und klebrig ist - dies tut dem Rauchverhalten jedoch keinen Abbruch. Das, was Andreas "Früchtebrot-Aroma" nennt ist für mich der Wohlgeruch des Perique. Denn davon scheint nicht wenig benutzt worden zu sein. Anders als offensichtlich bei den anderen Reviewern macht mir der Geruch sofort Appetit.

Das Aufrubben ist ein bissel mühselig da - wie gesagt - der Tabak ziemlich feucht-klebrig daherkommt. Doch grob aufgerubbt lässt er sich dann gut stopfen und entzünden.
Von Anfang an ist das Perique-Aroma präsent; so hervorstechend, dass vom Virginia nur wenig zu erschmecken ist. Und sicherlich sollte man dem 633 eine eigene Pfeife gönnen, denn nur dann kann er seine Stärken offenbaren.

Apropos Stärken: der Tabak gehört zu den eher kräftigen - und zwar, was seinen Nikotingehalt anbelangt. Ich habe ihn - nach einer Kopf-Karrussellfahrt dann nur noch aus der Larsen Prince geraucht, die eine nur mittlere Kopfbohrung hat. Auf nüchternen Magen sollte man sich diesen Flake versagen.

Wie Gregor schon schreibt wird der Tabak zum Ende hin etwas bissig, ohne jedoch die Zunge anzugreifen - es ist eher wie ein angenehmes Kribbeln. Und im Hals oberhalb des Kehlkopfes kann es bei zu starkem Ziehen schon zu Kloßbildung kommen - ein Zeichen für den hohen Nikotingehalts des Tabaks.

Der Tabak glimmt zu einem erstaunlich kleinen Häufchen grau-schwarzer Asche herunter. Dabei bildet sich sehr wenig Kondensat. Auch lässt sich der Tabak recht kühl rauchen - hat allerdings nicht viel Volumen im Rauch; aber seine Stärke gleicht das wieder aus. Die Raumnote ist eher unauffällig - tabakecht mit süßem Anklang.

Fazit:
Ich war - durch das Review - skeptisch, als ich den Tabak öffnete - nun, nach einer Dose bin ich mir jedoch sicher, dass ich den Tabak noch einmal kaufen werde. Und dann werd ich die Dose frisch gekauft öffnen. Ich bin gespannt, ob sich der Tabak wirklich durch das Agen so verändert wie ich jetzt vermute.
Wenn der Tabak tatsächlich aromatisiert ist - was ich verneine, Andreas aber beschreibt - dann ist das gut gelungen. Denn der Geruch und der Geschmack lassen mich an Trockenpflaumen denken; ergo an den typischen Perique-Geruch/Geschmack.

Ich habe in den letzten Tagen fast täglich den 633 geraucht und mag ihn. Aufgrund seines Nikotingehaltes sicherlich kein All-Day-Smoke, aber eine angenehme Bereichung in der Tabakbar.

(20.08.2001)


Alexander Neumann

An den Tabak bin ich eher zufällig geraten. Während mein "Stammdealer" gerade andere Kunden bediente, ließ ich einen prüfenden Blick durch das Tabaksregal schweifen (nichts vergessen?

als "Landei" kommt man nicht so oft in die große Stadt) und dabei sprang mir ein rotes "Virginia Flake" ins Auge. Das "with Perique" im "kleinen Schwarzen" darunter weckte meinen Jagdtrieb vollends (bin eben auch nur ein Mann) und so wurde die Dose zielsicher eingefangen und sehr zur Freude des Ladeninhabers zur bereits recht ansehnlichen Strecke auf der Theke gelegt. Nachdem dann noch mehrere Scheine aus meiner Geldbörse den Besitzer gewechselt hatten wurde die Beute verpackt und der stolze Jäger ritt auf seinem Stahlross (beste byerische Zucht) heim zu Frau und Katze.

Dort ging es alsbald an das Ausweiden der Beute. Mit einer Münze wurde die Decke(l) fachmänisch aufgebrochen um das Innere in Augenschein zu nehmen.

Der Geruch war recht kräftig: Leicht säuerlich mit einem Hauch von Heu. Das Ganze untermalt von etwas Tomatenketschup mit etwas getrockneter Pflaume. Einfach lecker, so muß ein VA/Perique riechen.

Die Entnahme der Innereien war dann nicht ganz so einfach. Der Tabak war recht feucht und die einzelnen Flakescheiben waren gut miteinander verklebt. Deshalb erübrigt sich in diesem Fall auch die Diskussion um die optimale Flake-Stopfmethode. Etwas anderes als einen groben brocken Flake gibt die Dose nicht her. Diesen füllt man dann locker in eine Pfeife. Nur nicht zu fest stopfen, sonst ist mehr Frust als Lust angesagt. Auch wenn sich der Tabak nicht gerade breit macht braucht er, vermutlich auf Grund seiner Feuchtigkeit, viel Luft zum Leben.

Aufgrund der Feuchte sollte man nicht gerade mit dem letzten Streichholz versuchen, die Pfeife in Gang zu setzen. Es braucht schon mehrere, aber wenn der Tabak brennt, dann brennt er.
Vorausgesetzt man hat nicht zu fest gestopft.

Der Geschmak hält, was der Geruch verspricht: Mit Perique wurde nicht gespart. Ein Tabak für echte Jäger: kräftig und würzig nicht nur im Geschmak sondern auch beim Nikotin und bei der Raumnote. Der Virginia dient nur als Füllstoff, geschmacklich hat er keine Chance gegen den Perique. Im Verlauf des Brandopfers wird der Tabak immer kräftiger. Ohne allerdings die Zunge zu reizen oder mit unangenehmer Kondensatbildung, übermäßiger Hitzeentwicklung, häufigem Ausgehen oder ähnlichem schlechten Verhaltensweisen negativ aufzufallen. Wie ein gelungener Abend unter Jägern, deftig aber nicht niveaulos mit stetig steigender Tendenz.

Apropos Abend unter Jägern: Da auch Jägerlatein dazugehört wollte ich natürlich wissen, ob schon andere Daftler eine derartige Dose erlegt haben. Erstaunt laß ich das Review von Andreas. Dem Review von Nic kann ich hingegen eindeutig zustimmen. Die Frage, ob es am Alter des Tabaks liegt, kann auch ich nicht abschließend beantworten. Aber: bei mir zu Hause lag die Dose nicht lange. Da die Steuerbanderole aber noch mit DM und EUR ausgezeichnet war, lag der Tabak wohl schon ein paar Donnerstage bei meinem Händler im Regal.

(7.3.2004)

Aktuelle Änderungen (alle) | Edit SideBar Letzte Änderung dieser Seite: 06.01.2011 14:55 Uhr bearbeiten | drucken | Versionen