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McConnell Robert The Original Black & Gold
(Pfeifentabak)
| Markenname: | McConnell Robert |
| Hersteller: | Kohlhase & Kopp |
| Mischung: | VA, BC, Orientals, Perique |
| Schnittbreite: | Mischschnitt (ready rubbed + Normalschnitt) |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 100 Gramm-Hochdose |
| Preis: | 12,53 Euro |
Frank Nicolai
Ich bin nur deshalb zu diesem Tabak gekommen, weil die Dose dem Original Orient von McConnell zum Verwechseln ähnlich sieht. Während jene in Gelb gehalten ist, ist die Dose des Black & Gold in gelbgrün. Zuerst wollte ich den Tabak zurückschicken; doch dann las ich interessiert: "Bright Virginia Leaf and rich Black Cavendish form the basis of this mixture which is mild but satisfying. The addition of a balanced proportion of Dubec Turkish ans Louisiana Perique enhance the blend to a position of elegance and quality. No Latakia." und ich reihte die Dose in meinem Vorratsbunker ein.
Da ich hoffte, einen "bürotauglichen" Tabak vorzufinden öffnete ich die Dose vor einigen Tagen. Wie bei den K&K-Hochdosen üblich befindet sich unter dem Weichplastdeckel noch ein Blechdeckel mit Pull-Verschluss, der den Tabak auch bei langer Lagerung gut konditioniert lässt. So war auch meine Dose Black & Gold noch recht feucht, als ich sie öffnete.
Das Tabakbild sieht weich und interessant aus: zur Hälfte aus mittel- bis dunkelbraunem ready-rubbed bestehend und zum weiteren aus schwarzen Anteilen, die mir zwar auch aus gepressten, aber sehr fein aufgelockertem Tabak bestehen zu scheinen.
Der Geruch des Perique überdeckte alles. Allerdings ist daneben eine deutlich würzig-süße Note wahrzunehmen, deren Herkunft mir allerdings völlig unbekannt ist. Ich vermute mal, dass das der Dubec ist. Alles in allem ein Geruch, der manchmal anregend und appetitmachend ist und an anderen Tagen Abscheu verursacht.Das Stopfen und Entzünden geht relativ einfach, man sollte nur darauf achten, nicht zu fest zu stopfen, da sich der Tabak ziemlich "breit" macht und so schnell zu dicht wird, um noch genügend Luft durchzulassen. Meist genügte es, ein bis zweimal nachzufeuern um den Tabak bis zum Ende hin durchzurauchen. Häufiges Nachstopfen ist jedoch zu empfehlen, da sich - bedingt durch den Schnitt - schnell Hohlräume bilden können, die gefährliche Hitzestaus im Pfeifenkopf verursachen können. Aber das gilt ja für alle Presstabake.
Im Geschmack spielt sich das Geruchserlebnis wider. Ich erschmecke nichts von den Virginias, nichts vom schokoladigen des BC; nur der Perique und das oben "würzig-süß" Genannte prägen den Geschmack. Da mir das nicht immer zusagt, ahne ich, dass die Dose lange nicht leer wird.
Ich halte Black & Gold für einen Tabak, der mit Filter geraucht werden sollte; denn ohne reagiert er sehr bissig (mit meiner Zunge), was am hohen Perique-Anteil (ich denke, deutlich mehr als 5 %) liegen mag. Erstaunlicherweise empfinde ich den Tabak trotzdem nicht als stark im Sinne von Nikotinstärke - ich habe ihn eher als leicht-medium eingestuft.
Fazit:
McConnells Black & Gold ist für mich eine Enttäuschung. Zu einseitig im Geschmack, erschlagen vom Perique und daher fast ohne Nuancen. Auch die Zungenunfreundlichkeit missfällt mir sehr. Ich werde den Tabak sicherlich nicht wegwerfen; aber keinesfalls dauerhaft rauchen. Deshalb bekommt der Tabak von mir auch keine Empfehlung.
(01.11.2000)
Stefan Roller
Mein bevorzugter Dealer drückte mir bei meinem letzten Besuch in meiner Heimatstadt, nachdem mein geschätztes Eheweib und ich bereits eine Auswahl an zu verkostenden Tabaken getroffen hatten, eine Dose B&G in die Hand und meinte nur: "Der isch Öbbes für dich. Der wird dir g'falla. Den brobiersch amohl." Ja, ich komme gebürtig aus Südwestdeutschland, wo man solch eigenartigen Dialekt pflegt...
Auf der 50g-Dose steht: "Zuerst wurde diese Mischung in den 20ern als Tabak für den jungen Mann kreiert. Hergestellt aus einer Mischung aus Virginia Bright Leave und pechschwarzem Carolina Cavendish aus unseren dampfheißen 2-Tonnen-Pressen. Eine kleine Menge von Perique wird dann hinzugefügt, zusammen mit einer kleinen Menge Turkish Dubec." Soweit die unschwer als aus dem Englischen übersetzt erkennbare Verpackungslyrik. Dose geöffnet und der optische Eindruck bestätigt die Beschreibung. Ready-Rubbed-Flake mit hohem Virginiaanteil, klassischerweise von hellen Sandfarben bis zu mittelbraunen Tönen. Dazwischen finden sich, ebenfalls im Flake, die fast schwarzen BC-Anteile. Zum Ready-Rubbed-Flake kommen noch lose Tabakfäden, die einen mittelbreiten Schnitt aufweisen. Ein würzig-süßer Duft entsteigt der Dose, der aber vollkommen natürlich daher kommt. Der BC hat sicherlich keinen Soßenkontakt gehabt. Gleichzeitig rieche ich auch feine Virginia-Flake-Noten mit ganz leichtem Heu im Hintergrund. Die Süße Note stammt mit ziemlicher Sicherheit vom Perique. Den Dubec kann ich mangels bisheriger Geruchserfahrung nicht ausmachen - aber man liest ja, dass es bei den Orientalen um eher süßen Stoff handle... Daher kann etwas von der süßen Note auch auf das Konto des Turkish Dubec gehen.
Das Einbringen in die Pfeife gestaltet sich wie üblich bei ready-rubbed Tabaken. Man muss eben ein wenig darauf achtgeben, gleichmäßig zu stopfen und dann sauber zünden. Nachdem man dies erfolgreich getan hat wird man mit einem ebenso besonderen Aroma belohnt, wie es der Geruch versprochen hat.
Der Geschmack ist tabakecht mit feinen würzigen Anteilen und einer erstaunlichen klaren, fast kristallin zuckrigen Süße. So etwas habe ich bisher noch nicht geschmeckt. Nichts von einer breiten, weichen Süße, die sonst so oft mit gesoßtem BC einhergeht. Sowieso macht sich der B&G geschmacklich nicht größer, als er ist, bleibt immer Tabak. Eine Eigenschaft, die nicht immer zu finden ist und die ich daher lobend hervorhebe. Wenn an anderer Stelle bemängelt wird, dass der Virginia nicht zu schmecken sie, so erschmecke ich ihn sehr wohl als Basis dieser Mischung, wobei BC und die Würztabake klar ihre Rolle im Geschmacks-Cocktail spielen - aber die stehen ja auch eindeutig auf der Packung vermerkt. Die Stärke ist eher leicht. Daher vielleicht die Eignung für "den jungen Raucher". Bei heißrauchen quittiert der B&G mit einer schärferen Note und Aromaverlust, was sich aber einpendelt, sobald man wieder kühlere Temperaturen erreicht hat. Über eine Pfeifenfüllung, wobei ich kleinere Köpfe bevorzuge, z.B. Stanwell Nr.56, und immer ohne Filter rauche, bleibt der Geschmack bei leicht zunehmender Stärke sehr konstant.
Der Tabak brennt relativ zügig, was sicherlich daran liegt, dass er nicht sehr feucht in der Dose ist. Auch das Raumaroma ist schmackig, tabakig.
Fazit:
Für mich und das Eheweib ein Tabak, den wir nicht immer da haben müssen, der aber immer wieder auf unserem Speisezettel landen wird - schon weil er natürliche Aromen mitbringt die sonst nicht oft zu finden sind.
(09.03.2006)