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The Original Maduro

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McConnell Robert The Original Maduro

(Pfeifentabak)

Markenname:McConnell Robert
Hersteller:Kohlhase & Kopp
Mischung:dunkel fermentierte Virginias, loser Schnitt
Typ:leicht aromatisiert
Stärke:medium
Verpackung:50 gr. Runddose
Preis:7,20 Euro

Christoph Tangermann

"Schwarz glänzend, düster aussehend, aber liebliches Rauchvergnügen mit reiner, weißer Asche...", so hieß es im Katalog des Münchner Fachgeschäfts Diehl, gefolgt von manch anderen Superlativen. Gut, man kennt diese Überschwenglichkeit. Zumeist bin ich resistent dagegen, aber von Zeit zu Zeit denkt man dann doch wieder: "Und wenn's wahr wäre, und du verpasst das ultimative Tabakvergnügen?" Also wurde zum ersten Mal seit einem Jahr wieder rauchmäßig "fremdgegangen". Die rein äußere Beschreibung traf zu; der aus der Dose strömende Geruch war allerdings merkwürdig, wenngleich nicht unangenehm. Mir scheint, hier wurde ein ganz klassisches Casing - Saft des Süßholzes, also Lakritz - verwendet. Dem Erscheinungsbild nach, wie gesagt, eine reine Black Cavendish-Mixture - aber nicht so süßlich und nicht so leicht, wie diese Einordnung suggeriert. Sie hob sich positiv vom "Massengeschmack" ab; erinnerte mich s e h r an zwei Mischungen von Rattray's, Black Virginia und Dark Fragrant.
Die Füllungen hielten lange vor und meine Frau war von der Raumnote ausgesprochen angetan. Bemerkenswert fand ich, dass der Tabak trotz der Aromatisierung keine anderen Rückstände in der Pfeife hinterließ als recht schnell eine harte, gleichmäßige Kohleschicht. Ein grundsätzliches Problem dürfte die Feuchtigkeit sein. Direkt aus der neuen Dose entnommen, ist der Tabak fast schon nass, aber - auuufpassen, Brisko! - einfach offen lassen, auch das ist keine Lösung. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade B.C.-Mixtures "auf den Punkt genau" befeuchtet sein wollen; werden sie nur ein wenig zu trocken, verhalten sie sich irgendwie sperrig (Heiko Behrens, der DAN PIPE-Chef, hat sich einmal in gleicher Weise geäußert).

Fazit:
Jedem zu empfehlen, der eigentlich aromatisierte Mischungen mag, aber mit diesen - des schmierigen Films wegen, den sie regelmäßig erzeugen - beim Einrauchen neuer Pfeifen Probleme hat. Falls man Maduro nicht bekommt, kann ebenso gut auf den schon erwähnten Dark Fragrant ausgewichen werden, der allerdings geringfügig teurer ist.


Andreas Berberich

Nach dem Öffnen der Dose strömt ein süßlicher an vergorene Trauben erinnernder Duft. Der Tabak ist von dunkelbraun bis tiefschwarz schattiert. Das Stopfen gelingt mit der Tabakinminikugeldrehmethode recht gut. Der Tabak sollte eher locker gestopft werden, so, dass ein durchgehender Abbrand gerade noch gewährleistet werden kann. Er ist leicht entzündbar, und brennt mittelschnell und problemlos ab. Der Geschmack ist von einer angenehmen Süße geprägt. Er erinnert an den McClelland’s Black Shag, der Maduro ist imho jedoch deutlich nuancenreicher und besser. Darüber hinaus hat er den Vorteil in Deutschland erhältlich zu sein, zu Mindest theoretisch: Denn einen McConell in einem Deutschen Tabakladen vorrätig zu finden, gleicht dem Versuch, den Playboy im Vatikan käuflich zu erwerben. Dies ist bei vielen McConnells zu bedauern, beim Maduro aber unverzeihlich: Virginia vom feinsten, voll Fülle und Süße.

(07.04.2001)


Frank Nicolai

Ich habe mir den Maduro gekauft, weil ich - an Zigarren denkend - mir dunklen, süß-kräftigen Tabak vorstellte. Dann las ich die Reviews und war davon überzeugt, dass mir der Tabak nicht schmecken würde. Ich erwartete einen Geschmack, wie er mir den "Black & Gold" verleidete.
Mutig öffnete ich die Dose. Und war überrascht. Hier war nichts von einer Säure zu riechen. Tiefschwarzer und dunkelbrauner, sehr grob geschnittener Tabak erfreute mein Auge. Der Duft erinnert mich entfernt an den aromatisierten Torben Dansk Black Cavendish. Allerdings ist der Geruch nicht so direkt einem Aroma zuzuordnen. Sicherich: ein wenig Ahornsirup klingt an; aber vor allem erinnert mich der Geruch an Trockenobst und Rosinen.

Also: frisch gestopft und angezündet. Das Stopfen ist nicht ganz einfach; man muss die teilweise recht sperrigen Tabakstücke zerbrechen. Das Entzünden gelingt jedoch - auch aufgrund der gerade richtigen Feuchte - problemlos.
Von Beginn an umspielt die Zunge ein würzig-süßes und an Rosinen erinnerndes Aroma. Sehr angenehm. Und am Erstaunlichsten: der Tabak ist nicht leicht. Anders, wie man es von reinem BC kennt hat der hier Kraft und eine Würze, die ein klein wenig an den Dark Strong Kentucky erinnert.
Man kann ihn problemlos auf nüchternen Magen rauchen - er ist kein Nikotinhammer. Aber anders als beim oben genannten BC von DTM kommt hier nicht nur heiße Luft durch den Rauchkanal.
Der Geschmack bleibt konstant erhalten. Zum Ende der Füllung hin legt er ein wenig an Kraft und Würze zu.

Ich habe den Tabak fast immer ohne Filter geraucht. Ein Filter nimmt viel von der Würzigkeit, läßt aber dafür die Süße besser durch.

Wenn man den Tabak vor dem Stopfen gut zerkleinert bleibt - wie auf der Dose versprochen - wirklich nur ein winziges Häufchen weisse Asche über. Ansonsten sind ein paar unverbrannte Stücke beigemischt. Die Raumnote ist sehr angenehm: weich und süßlich.

Fazit:
Der Maduro ist eine Überraschung für mich. Ich habe die Dose relativ schnell aufgeraucht (wobei anzumerken ist, dass er nicht sehr ergiebig ist und die 50 Gramm nur für 12 Pfeifenfüllungen reichten).
Auch wenn er preislich schon im oberen Mittelfeld mitspielt: man sollte ihn versuchen. Ich denke, man kann ihn ruhigen Gewissens sowohl denen empfehlen, die gern dezente Aromaten rauchen als auch jenen, die eher den naturbelassenen Tabaken den Vorrang geben.

(06.06.04)


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