daft.de

.

Aktuelles

Termine

Pfeifen

Tabak

Schnupftabak

FAQ

Artikel

Bücher

Download

Läden

Linklisten

Zigarren

Hilfe

Mailingliste

Kontakt

Impressum


The Royal Yacht Mixture

zurück

Dunhill The Royal Yacht Mixture

(Pfeifentabak)

Markenname:Dunhill
Hersteller:Dunhill
Mischung:Virginias (matured)
Schnittbreite:Mixture
Typ:englisch aromatisiert
Stärke:stark
Verpackung:50g
Preis:10,90 Euro

Andreas Krebs

Erscheinungsbild in der Dose: Der Tabak ist sehr dunkel, man ist beinahe an Würztabake erinnert, die Farben bewegen sich so etwa zwischen schokobraun und dunkler Korkfarbe, vergleichbar mit Hal'O The Wynd. Die Konsistenz ist anfangs relativ feucht, ein Austrocknen über mehrere Wochen (geschlossene Dose) tut ihm sicher gut. Der Tabak liegt im typischen Mixture-Schnitt vor, vielleicht ein wenig gepresst und aufgelockert (aber kein broken Flake).

Beim Öffnen der frischen Dose strömt einem ein relativ starkes Aroma entgegen, das nicht leicht einzuordnen ist. Es ist fruchtig, erinnert ein wenig an Himbeere, wie eine Steigerung des Peterson University Flake, dabei aber leider (für meine Nase) viel "künstlicher".

Nach einigen Wochen mildert sich die Aromatisierung deutlich ab, bleibt aber noch deutlich erkennbar.

Geschmack: Auch im Rauch ist die Aromatisierung ständig präsent. Der Tabak schmeckt, als hätte man einen sehr guten Virginia mit einem Aromatabak gemischt. Auch dieser Eindruck schwindet gottseidank nach einigen Wochen. Trotzdem habe ich immer den Wunsch gehabt, diesen Tabak einmal unverfälscht zu rauchen. Denn der ist eigentlich ein sehr feines Kraut! Er brennt nie auf der Zunge, ist sehr weich und trotz der Aromadecke noch durchsetzungsfähig und vielschichtig. Die Geschmacksnote möchte ich mal mit durchaus süß und irgendwie "erdig-weich" bezeichnen. Das "spritzige" ("florale") eines St. Bruno fehlt ihm ebenso wie die kantige Schärfe von Three Nuns. Ab der Hälfte der Füllung kommt ein leichter bitterer Ton dazu, der aber nicht störend wirkt. Im letzten Drittel hat sich schon eine Menge Kondensat im Tabak abgelagert und eine pfeffrige Schärfe tritt hervor, die Aromatisierung ist dann ganz im Hintergrund verschwunden. Jetzt erinnert er stark an die kräftigen englischen Mixtures von Dunhill (natürlich ohne die entsprechende Latakia-Note). Im Vergleich zu Petersons Sherlock Holmes (der sehr konstant mild bleibt) "feuert" er gegen Ende viel mehr - das kann man mögen oder auch nicht.

Stärke: Der Royal Yacht ist enorm stark (im Sinne von nikotinreich). Jeder Zug scheint einem mitzuteilen: Du rauchst was wirklich Starkes. Rauch durch die Nase blasen geht nur mit Vorsicht gut und bei mir stellt sich rasch ein gewisser "Kloß" im Rachenraum ein. Wer nicht aufpasst, kann eine nette "Karussellfahrt" mit dem Royal Yacht erleben ;-) Abbrandeigenschaften: Der Tabak in frische Dosen ist relativ feucht und neigt daher (wohl auch bedingt durch die Aromatisierung) ein wenig zum sottern. Nach einigen Wochen Anbruch gibt sich das und er ist eigentlich recht gutmütig: langsamer Abbrand ohne Neigung zum ständigen Ausgehen. Im Vergleich zu anderen Mixtures ist er etwas sperriger und muss nicht so oft mit dem Stopfer nachgedrückt werden.

Fazit:
Ein echtes Fazit fällt mir schwer, der Tabak hinterlässt bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck. Einerseits ist das ein faszinierender sehr hochwertiger Virginia, dem es gelingt seine enorme Stärke in vergleichsweise milder Form zu verpacken. Andererseits finde ich die Aromatisierung ein wenig zu derb und dem Grundtabak nicht angemessen. Das kann Dunhill erheblich besser, wie der Light Flake zeigt. Eine Empfehlung vielleicht als Abwechslung für Leute, die's definitiv stark mögen, aber für mich kein Stammgast in meiner Tabak-Bar.

(07.03.2001)


Henning Böke

Der Royal Yacht scheint zu den kontroversesten Tabaken überhaupt zu gehören; in der englischsprachigen ASP-Newsgroup fielen oft böse Worte über ihn, und auch die Besprechungen bei http://www.tobaccoreviews.com fallen teilweise sehr polemisch aus: "Dear manufacturers of Dunhill: Please keep your drain cleaner in the cupboard under the sink, and don't use it to cure tobacco. Sodium hydroxide is very dangerous and does not taste good when used to cure chopped up rubberbands ..."

Ebendies veranlasste mich, mir diesen Tabak nach langer Zeit wieder einmal vorzunehmen; erlaubt Dunhill sich etwa einen Scherz, indem man mit Rohrreiniger behandelte Gummibänder unter diesem edlen Markennamen verkauft und sich über die Snobs ins Fäustchen lacht, die darauf hereinfallen? Ich meine, der Royal Yacht hat eine Rehabilitierung verdient. Ich hatte ihn schon einmal geraucht, als ich auf die englische Geschmacksrichtung einschwenkte und der Reihe nach die Dunhills durchprobierte. Mir scheint, bei Dunhill wird mit der Form der Dosen ein subtiles Unterscheidungsmerkmal gesetzt: die englischen "Klassiker" und "eigentlichen" Dunhills sind in runden Dosen, die eher dänisch orientierten, aromatisierten Kreationen in rechteckigen (Ausnahme: der Light Flake mit seiner der Streifenform wegen naturgemäß rechteckigen kleine Dose). Unter den runden Dosen fällt im Händlerregal der Royal Yacht mit seinem grellgelben Deckel etwas aus dem Rahmen. Als ich ihn vor über zehn Jahren erstmals gekauft hatte, fiel mir beim Öffnen sogleich auf, dass es sich um einen Tabak handelt, der mit keinem anderen vergleichbar ist. Die Deckelaufschrift "Mixture" ist irreführend, insofern der Anblick und Geruch sofort verrät, dass es sich nicht um eine typische englische Virginia-Orient-Latakia-Mischung handelt, sondern um eine fast einheitlich dunkelbraune fermentierte Virginia-Komposition mit einem kleinen Anteil hellerer Blätter, relativ schmal geschnitten. Auch der sehr intensive Geruch hat nicht seinesgleichen. Er ist schwer zu beschreiben; mir kommt er vor wie eine Mischung aus frischem Heu und Früchtebrot. Der Royal Yacht enthält eine Aromatisierung, ich kann aber nicht dingfest machen, woraus diese bestehen könnte. An meinen Geschmackseindruck beim ersten Versuch kann ich mich nicht mehr erinnern; er sagte mir damals jedenfalls gar nicht zu.

Als ich den Tabak nun wieder probierte, hatte ich anfangs arge Probleme mit seiner Feuchtigkeit. Er ließ sich zwar problemlos anzünden, fing aber bei mehreren Versuchen in verschiedenen Pfeifen sofort an zu sottern; erst in der zweiten Hälfte der Füllungen zeichnete sich ein interessanter Geschmack ab, der aber durch die starke Kondensatausscheidung nachhaltig verdorben war. So ließ ich die angebrochene Dose einige Wochen zum Trocknen stehen. Dann bot der Royal Yacht mir eines der eindrucksvollsten Geschmackserlebnisse meiner langen Pfeifenraucherjahre. Nach der Trocknung ist die Duftnote weniger penetrant. Der Tabak brennt problemlos ab und entfaltet eine eigentümliche schwere Süße, die mich etwas an eine dunkle bittere Schokolade erinnert. Dieser geradezu betörende Geschmack steigert sich um die Mitte der Füllung noch deutlich und flacht erst gegen Ende ab, was darauf hindeutet, dass hier tatsächlich nicht ein willkürliches Aroma aufgesetzt wurde, sondern das Fundament in der durch die Fermentierung freigesetzten natürlichen Tabaksüße besteht, die durch ein äußerst raffiniertes Casing gekonnt unterstrichen wird.

Bestätigen kann ich, was oft über diesen Tabak gesagt wird: Wer, wie ich, gewohnheitsmäßig den Rauch durch die Nase ausbläst, wird hier mit einem gewöhnungsbedürftigen Kribbeln konfrontiert. Seine berüchtigte Stärke hat mich durchaus nicht umgehauen, aber allein aus Geschmacksgründen sollte man ihn nur sehr ruhig und entspannt rauchen. Am späten Abend stellt er einen ähnlich berückenden Genuss dar wie schwere Latakiamischungen. Im Ergebnis würde ich den Royal Yacht als einen einzigartigen Tabak bezeichnen, dessen Handhabung nicht unkompliziert ist; wenn man aber einmal den Zugang zu seinen Qualitäten gewonnen hat, wird man ihn zu schätzen wissen. Ich werde ab und zu auf ihn zurückkommen.

(10.01.2002)


Frank Nicolai

Der Royal Yacht kam durch Zufall zu mir. Denn eigentlich weigere ich mich, die Hälfte des Preises für den Namen eines Tabaks zu bezahlen. Und 10,25 Euro für 50 Gramm Tabak sind ein wahrlich stolzer Preis. Meine Dose habe ich jedoch für 9 Euronen erstanden - und die ist so alt, dass die Steuerbanderole nur einen DM-Preis aufweist (nicht einmal einen Euro-Vergleichs-Preis). Und die Dose kostete 18,25 DM - zum Zeitpunkt der Euro-Einführung kostete der Royal Yacht bereits 19,75 DM. Doch genug der Vorrede.

Ich war durch die beiden Reviews auf der Website vorgewarnt. Ein erstaunliches und grausames Aroma erwartend öffnete ich die Dose... und war erstaunt. Ich blickte auf einen fast unifarbend grau-braunen Tabak (auf dem sich Zuckerkristalle abgesetzt hatten) und roch ein eher dezentes, jedoch deutlich wahrnehmbares Aroma. Fragt mich nicht, wonach der Tabak riecht... mich erinnert der Geruch (und dann auch der Geschmack) an den Peterson Irish Whiskey (wobei ich mich hier täuschen kann). Auf jeden Fall an einen Peterson-Tabak, den ich kenne.

Da der Tabak richtig konditioniert war (meine beiden Vor-Reviewer sprechen von zu viel Feuchtigkeit) konnte ich ihn gleich stopfen. Ich war gewarnt und benutzte anfangs eher kleine Pfeifen - später rauchte ich ihn auch aus meiner filterlosen Meerschaumpfeife. Der Tabak schmeckt kaum nach Tabak - das vorweg. Das Aroma ist immer präsent und scheint den Tabak zu erdrücken. Selbst jetzt noch. Und ich gehe davon aus, dass viel Aroma im laufe der Jahre des Agings verloren ging. Der Rauch schmeckt kaum nach Rauch. Und die Virginias sind nur unterschwellig erschmeckbar. Aber da sind sie. Und wie! Der Tabak ist wirklich sehr stark. Und hier meint das: stark an Nikotin. Nix für den Morgen oder die Zeit vor dem Essen. Ich denke, einen vollen, satten Bauch sollte man haben, ehe man zum Royal Yacht greift.
Er glimmt ruhig und langsam herunter - schnelle Züge sollte man schon wegen der Tabakstärke eh unterlassen - und verläßt die Pfeife als feine, weiche Asche.

Fazit:
Der Royal Yacht ist eigentlich nur im Freien zu rauchen. Nicht, weil die Raumnote so gräßlich ist. Nein, aber weil man zwischen den Zügen schon ab und an ein wenig Sauerstoff benötigt.
Er läßt sich problemlos ohne Filter rauchen - Nikotin wird durch den Filter eh nicht viel gefiltert - und der Abbrand an sich ist tadellos. Ich habe es nicht geschafft, ihn zu heiß zu rauchen. Eher wurde es mir im Kopf schummerig...
Hmm... empfehlen? Na, nicht wirklich. Zu wenig Begeisterung kommt bei mir auf. Und zu teuer ist er in jedem Falle.

(23.07.03)


Ingo Gebert

Der Hersteller beschreibt den Royal Yacht wie nachfolgend:
"Klassische, leicht geflavourte helle bis mittelbraune Virginia-Mixture ohne Latakia, von reichem Geschmack, doch sanft und kühl im Rauch."

Die geöffnete Dose zeigt mir die für die Dunhill-Mixturen fast schon typischen dünnen, kurz geschnittenen Tabakfäden, und von der Farbe her ist diese Mischung dunkelbraun, ja fast schon schwarz. Der Geruch verheißt mir eine fruchtartige Aromatisierung, Latakia ist hier drin auf keinen Fall enthalten. Das Pfeifenkraut ist leicht in das vorgesehene Tabaksverbrennungsgerät eingebracht, und einmal in Brand gesetzt, erübrigt sich das Nachfeuern fast. Die Aromatisierung ist sicher nicht zu stark, was man nach den ersten Zügen von der Tabakbasis des Royal Yacht nicht sagen kann. Sein Nikotingehalt ist nicht ohne, und nach dem Frühstück würde ich ihn auch nicht unbedingt rauchen wollen. Vom Geschmack her entspricht die Aromatisierung in etwa dem Geruch, irgendetwas Fruchtiges, was ich nicht genau zuordnen kann, und von der Stärke her ist der Royal Yacht auch nicht ohne. Ich habe ihn am liebsten dann geraucht, wenn ich entsprechende Zeit und Muße dafür hatte, für nebenher ist er einfach nichts. Zungenfreundlich kann man den Tabak nennen, mit irgendeinem Biss hatte ich keine Probleme.

Fazit:
Daumen hoch, der Royal Yacht wird sicherlich nicht das letzte Mal bei mir gewesen sein.

(06.01.2005)

Arnd Lichtenfeld

Da ich seit Januar im Einzelhandel arbeite und dort in einem Sektor, in dem wir Pfeifentabak, Zigarren und Zeitschriften verkaufen, habe ich mir vorgenommen, auch Tabake zu probieren, die ich sonst als bekennender *Süßkramruacher* eher nicht bevorzugen würde. Nach dem Studieren der daft-page fiel mir der Royal Yacht auf, da ich zuvor von englischen Aromaten nichts gehört habe.

Bis dato habe ich immer gedacht, ein englischer Tabak würde durch einen Latakia-Anteil zu einem englischen Tabak und er sei ohne Flavour. Was macht demnach also eine als *Englisch* bezeichnete Mixture aus?

Also den Tabak in den Laden kommen lassen und eine 50g Dose gekauft. (kostet inzwischen übrigens 10,90 Euro).

Nach der zweiten Füllung möchte ich hier ein erstes Fazit ziehen:
Das *schwummerig-im-Kopf-werden*, welches Nic in seiner Review beschriebn hat, kann ich bestätigen. Ob es alllerdings an dem hohen Nikotin-Gehalt des Tabaks liegt oder an etwas Anderem kann ich nicht eindeutig zuordnen.

Ähnlich verhält es sich mit der Süße beim Genuß: ob von dem Flavouer oder der Virgina-Süße ist auch hierbei für mich nicht eindeutig zu erkennen.

Er läßt sich problemlos stopfen und auch ohne *Nachzündeln* genießen.

Der Royal Yahct ist IMO eine Erfahrung wert, wird allerdings nicht zu meinen Favoriten zählen.

(05.03.2006)

Aktuelle Änderungen (alle) | Edit SideBar Letzte Änderung dieser Seite: 29.12.2010 18:49 Uhr bearbeiten | drucken | Versionen