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Uphoff Hausmischung Nr. 88
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Uphoff - Tabak-Depot Minden |
| Hersteller: | K&K |
| Mischung: | Virginia, Perique |
| Schnittbreite: | Flake 1 mm |
| Typ: | naturbelassen |
| Verpackung: | 100g Hochdose |
| Preis: | 16,50 Euro |
Dieser Tabak wurde als Blindtest an drei Raucher verschickt.
Uwe Lohr
Flake , gleichmäßig dunkelbrauner Tabak, keine hellen oder schwarzen Anteile.
Beim Öffnen des Beutels ist ein ganz dezenter Duft wahrzunehmen. Ich hab dann mal einen Streifen genommen und gerochen: ein ganz feines dezentes Aroma; irgendwie wie Trockenpflaumen, Rosinen bzw. Früchtebrot. Da dies mein erster Flake ist, bin ich mir nicht sicher, ob dieser evtl. naturbelassen und dies ein entsprechend typischer Duft ist.
Ein Bekannter, der zufällig gerade kam, tippte spontan auf Firedance Flake.
Also die Pfeife geschnappt ( eine Dr. Grabow ohne Filter ), gestopft und los geht’s.
Das Anzünden gerät relativ einfach. Nach dem Nachstopfen noch mal angezündet und schon brennt die Füllung durch bis unten hin.
Die Geschmacksentwicklung führt mich zum Schluss, dass es sich tatsächlich um einen naturbelassenen Tabak handeln muss. Sowohl auf der Zunge als auch im Raum verbreitet sich reines Tabakaroma. Obwohl die komplette Füllung kühl zu Ende zu rauchen ist ( ich bin ja noch nicht soo erfahren ), ist der Rauch ziemlich „bissig“ auf der Zunge. Die Kondensatentwicklung gestaltet sich derartig, dass ich mehrfach einen Pfeifenreiniger vom Mundstück aus einführen muss, weil die Pfeife zu blubbern anfängt.
Mit Filter gibt sich das aber bestimmt und wird noch entsprechend nachgetestet.
Die Wirkung des Nikotins bleibt erst mal im Hintergrund. Ich hab mich schon gewundert, wie leicht der Tabak ist, aber etwa zur Hälfte der Füllung setzt sie plötzlich doch noch ein. Bis die Pfeife zu Ende geraucht war, hätte ich kein Auto mehr fahren wollen ( für einen ähnlichen Effekt bräuchte ich ca 0,5l Rotwein auf ex ).
Einmal zu fest gezogen, verwandelt sich der ohnehin schon intensive Tabakgeschmack in "Silvester", und das Ganze schmeckt und riecht kurzzeitig nach einer Menge gezündeter Feuerwerkskracher.
Übrig bleibt ein kleines Häufchen hellgraue Asche.
Fazit:
Ein Tabak, der für mich als „Gelegenheitszigarrero“ und ZigarettenNICHTraucher ziemlich gewöhnungsbedürftig rüberkommt. Dieser Flake und ich werden wohl keine Freunde.
Frank Kalinowski
Vor mir liegt ein schöner Flake, relativ schmale Scheiben, etwa 10 cm lang und Naturbelassen. Für mich als Süßpanscher ist die obligatorische Geruchsprobe etwas enttäuschend. Der, sicherlich für viele, angenehm Zurüghaltende Duft von Tabak strömt in die Nase, Tabak und nichts als Tabak. Vorherrschend in drei Farben. Das satte dunkle Braun wird von hellgoldenen und schwarzen Fasern durchzogen.
Da er so ist wie er ist, nämlich ein Flake, verlangt er von mir sogleich eine Entscheidung. Knicken und falten, oder aufrubbeln? Natürlich wäre Ersteres angebracht, aber ich will erst gar nicht so tun, als hätte ich Ahnung vom Flakerauchen und so lag der Tabak nach wenigen Minuten aufgelockert vor mir und etwas später, hübsch anzusehen, in einer wenig gerauchten Peter Klein.
Wie zu erwarten stellt das Anzünden niemanden vor ein ernst zu nehmendes Problem. Der Tabak brennt willig, bäumt sich lediglich ein wenig auf, tut aber dann, von dem Stopfer in die Schranken verwiesen, was man von ihm verlangt.
Damit wäre der interessante Teil dieses Review eigentlich abgeschlossen. Ich schmecke Tabak, einen würzigen Virginia, mit einem Minimum an Süße. Fast bin ich an alte Tage erinnert, Tage an denen ich mit meinen Selbstgedrehten Schwarzer Krauser, oder Rote Hand durch die Weltgeschichte gezogen bin, allerdings weitaus weniger Geschmacksintensiv. Tatsächlich erwische ich mich mehrfach dabei, den Rauch in meine Lunge zu ziehen, etwas was für mich normalerweise undenkbar ist. Dieser Eindruck bleibt die gesamte Füllung über bestehen. Hinten raus kommt noch mal ein kleines "Nikotinfinale", dann ist das Ganze in feine dunkelgraue Asche in sich zusammengefallen.
Wahrscheinlich ist es deutlicher geworden, als ich es beabsichtigte, aber ich kann mit diesen Naturbelassenen Virginiagrades einfach nichts anfangen. Man stopft sie in die Pfeife, zündet sie an und kann sie dann getrost vergessen.
Sie sind praktisch nicht aus zu bekommen, produzieren nahezu kein Kondensat und bieten keinerlei Anreize sich näher mit ihnen zu beschäftigen.
Fazit:
Solide Tabakgrundlage, ohne Ecken und Kanten. Meiner Meinung nach etwas für Anfänger, die von der Zigarette kommen, mit Kondensatproblemen zu kämpfen haben und ab und an einen Lungenzug riskieren.
Oliver Ramm
Tabakbild: Es handelt sich um einen locker gepressten Flake von mittelbrauner bis dunkelbrauner Farbe mit einigen hell braunen Sprenklern. Der verginatypische Geruch erinnert etwas an Schwarzbrot, es ist keine Aromatisierung und kein Topping oder Casing wahrnehmbar. Beim in die Hand nehmen zerfallen die dünnen Flakescheiben fast, was zeigt wie locker er gepresst ist, erinnert mich etwas an Rattray´s Marlin Flake. Die Feuchtigkeit ist in Ordnung, vielleicht ein klein wenig zu feucht, obwohl ich fast alle Tabake direkt nach dem Öffnen als zu feucht empfinde.
Stopfen: Ich rubble Flakes, gerade wenn sie noch eine gewisse Feuchtigkeit besitzen, gerne auf, so auch diesen. Als Pfeife wähle ich eine meiner Lieblingspfeifen für VA-Flakes, eine alte Lorenzo Half-Bent. Das Stopfen geht problemlos und gut von der Hand. Wie immer sollte man darauf achten, dass man einen Flake nicht zu fest stopft.
Anzünden: Der Tabak bäumt sich beim Anzünden flaketypisch stark auf. Kurz mit den Pfeifenstopfer wieder verdichten und nachzünden. Anzünden klappt also bestens.
Rauchphase: Nach dem Anzünden machen sich sofort die typischen Virginaaromen breit. Scharfe Spitzen sind nicht zu bemerken, ein Zungenbrennen, dass ich grade bei Tabaken manchmal habe, die ich nicht geraucht habe, stellt sich nicht ein. Wirkliche Höhen, Nuancen, die einen wirklichen Spitzenflake auszeichnen sind allerdings auch nicht zu bemerken. Alles in Allem ein ausgewogener Tabak, dem trotzdem das gewisse etwas fehlt.
Ich würde ihn als unkompliziert bezeichnen, auch ein zu kräftiges Ziehen wird nicht allzu sehr bestraft. Auch wenn die Pfeife mal ausgeht stellt dies kein Problem dar, einfach wieder anzünden und weiter rauchen, ein Geschmacksverlust ist nicht zu bemerken.
Fazit: Für mich ein recht guter Flake, der sowohl, wegen seiner Unkompliziertheit, für Einsteiger als auch für den erfahrenden Raucher als Abwechslung geeignet ist. Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ich keinerlei Problem mit der Kondensatentwicklung hatte.
Mir fehlt ein wenig die Tiefe, und die feinen Nuancen, die mir z.B. ein Marlin Flake bietet. Von mir gibt es die Note 2- , ein Tabak, der durchaus einen Platz im Vorrat finden könnte.
(30.06.2008)