zurück
Dobie's Four Square Violet-Curlies
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Dobie's Four Square |
| Hersteller: | Made in the Kingdom of Denmark under the authority |
| Mischung: | Virginia, Kentucky |
| Schnittbreite: | Curly Cut |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 50g Dose |
| Preis: | 13,50 DM / kein Europreis |
Detlev Büscher
Wie der "Beipackzettel" verrät, geht die schottische Marke Georg Dobie bis auf das Jahr 1809 zurück und sieht sich als Teil der Britischen Tradition. Inzwischen wird der Tabak lt. Dosenaufdruck aber in Dänemark hergestellt und lt. Steuernummer von Kohlhase und Kopp in Deutschland vertrieben. Speziell von dem vorliegenden Curly heißt es, dass er möglicherweise nicht mehr hergestellt wird. Die mir vorliegende Dose scheint das zu bestätigen. Sie sieht schon etwas abgegriffen aus und die Steuermarke hat noch keinen Europreisaufdruck.
Die sechs verschiedene Tabake umfassende Four Square Serie wirkt eigentlich recht interessant. Es handelt sich entweder um Virginia, Virginia/Kentucky oder Virginia/Orient Mischungen. Zwei der Tabake kommen als Flake, ein weiterer ready-rubbed, der hier beschriebene als Curly und die beiden letzten vermutlich als Mixture, jedenfalls gibt es bei ihnen keine spezielle Angabe zur Schnittbreite.
Obwohl die Dose, wie bereits erwähnt, schon älter ist, zeigt sich der Tabak optimal konditioniert. Bereits direkt nach dem Öffnen ist der Geruch sehr angenehm und ordnet sich irgendwo im Bereich der mit Fruchtessenzen behandelten Virginiaflakes und Curlies ein. Man fühlt sich an Feigen, Trockenpflaumen oder Früchtebrot erinnert. Hal o' the Wynd oder auch Marlin Flake sind geruchsmassig nicht allzu weit entfernt, auch wenn die Düfte natürlich nicht identisch sind. Auch optisch gibt der Tabak einiges her. Die Curly- Scheibchen gleichen in der Groesse denen von Three Nuns, auch wenn sie farblich eher das genaue Gegenteil sind. Sie sind nämlich satt dunkelbraun, mit wenigen hellen Punkten, noch deutlich dunkler als Dark Twist von Mac Baren.
Die Raucheigenschaften sind Curly-typisch - es kommt darauf an, wie man den Tabak in die Pfeife einbringt. Meistens rolle ich die Scheibchen zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger zu lockeren Kugeln. In diesem Fall lässt sich der Tabak gut Anzuenden, zeigt einen gleichmäßigen Abbrand und macht auch zum Schluss keinen Ärger. Falls aber jemand mit Three Nuns nicht zurecht kommt, wird er mit den Four Square Curlies wohl weiter üben müssen. Auch ohne Filter ist der Tabak ausreichend mild auf der Zunge, jedenfalls deutlich milder als Hal o' the Wynd. Inwieweit das Aroma den Filtervorgang übersteht, kann ich nicht sagen. Soweit ich mich erinnere, habe ich ihn nie mit Filter geraucht. Das Kondensataufkommen beim Rauchen ohne Filter liegt im Rahmen des Gewohnten. Wenn man ein oder zweimal einen Reiniger bemüht, braucht man sich darüber keine Sorgen zu machen.
Der Geschmack dürfte den meisten Virginiafreunden wohl zusagen. Er hat genügend Süße um nicht als herb empfunden zu werden, Hal o' the Wynd ist beispielsweise deutlich süßer. Aber dafür kommt Four Square Curlies bereits im ersten Drittel deutlicher nach vorne. Das hindert ihn allerdings nicht daran im weiteren Verlauf der Füllung noch zuzulegen. Das letzte Drittel ist noch mehr von geschmackvoller Würze geprägt, und typischerweise schmeckt der Tabak bis zum endgültigen Verlöschen. Der Geschmack hat außerdem noch eine schwer zu beschreibende, charakteristische Note. Ich sag' einfach mal: Oma's Wäscheschrank. ;-) Ist nur so eine Assoziation; ich kann mir auch kaum vorstellen, dass der Wäscheschrank von jeder Oma gleich riecht. Ich denke dabei auf jeden Fall an einen angenehmen Geruch, nicht etwa an Mottenkugeln oder Ähnlichem. Beim Glengarry Flake meine ich dieses spezielle Aroma ebenfalls entdeckt zu haben. Die Raumnote ist tabakecht und unaufdringlich. Im Gegensatz zu den modernen, stark aromatisierten Mischungen eher ein Tabak der deutlicher schmeckt als er riecht, so wie sich das gehört.
Fazit:
Falls man diesen Tabak noch irgendwo findet, sollte man ihn ruhig mitnehmen. Ist man selber kein VA-Curly- Liebhaber, kann man ja einer werden oder den Tabak einem solchen schenken.
(26.09.2000)