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W.Ø. Larsen Virginia Flowers
(Pfeifentabak)
| Hersteller: | W.Ø. Larsen, DK |
| Mischung: | Virginia, Burley, BC |
| Typ: | leicht aromatisiert |
| Stärke: | leicht |
| Verpackung: | 50g Pouch, 100g Dose |
| Preis: | knapp 11,-DM, 19,95 DM |
Heinz Gunia
Man sieht den Tabak sehr selten, immer habe ich überlegt, ob ich ihn mal mitnehmen soll. Christian Probst hat es getan und mir eine Pouch mitgebracht. Beim öffnen werden durch den Geruch sofort Assoziationen an den Larsen Nr.50 deutlich, doch hier ist der Geruch etwas deutlicher, es riecht sehr dezent nach Schokolade und Kaffee. Der Tabak lässt sich gut stopfen und problemlos in Brand setzen.
Das Raucherlebnis (ohne Filter):
Der Tabak ist sehr weich auf der Zunge und schmeckt deutlich nach den o.g. Aromen. Er ist aber nicht süß im Sinne eines Larsen Old Fashioned sondern für einen Aromatischen eher würzig und trotz seiner Leichte von unglaublicher Komplexität.\\ Der Tabak behält seinen Geschmack fast die gesamte Füllung hindurch, ein sicheres Zeichen von Qualität. Es besteht kein Hang zur Bissigkeit wie manchmal beim Nr.50. Hektischeres Ziehen an der Pfeife wird nicht sofort durch Schärfe bestraft. Die Raumnote ist zauberhaft. Es riecht, als ob jemand gerade einen Cappucino kocht, schokoladig-nussig-süßlich. Sehr angenehm und nicht abstoßend süß.
Fazit:
Ein neuer Lieblingstabak. Nr.50 Fans werden mir verzeihen, aber ich werde ihn zugunsten des Virginia Flowers im Regal lassen. Der Tabak ist übrigens schon sehr lange auf dem Markt. Trotzdem diese gleichbleibende Qualität. Manche Tabake müssen eben erst wiederentdeckt werden.
(28.05.2000)
Detlev Büscher
Mild & Sweet ist über dem weißen Larsen's-Schriftzug auf dem Päckchen zu lesen. Der eigentliche Name "Virginia Flowers" fällt erst bei genauerem Hinsehen auf. Schwarze Schrift auf dunkelrotem Grund ist eben etwas schlecht zu erkennen. Mild & Sweet charakterisiert diesen Tabak aber schon ganz gut. Und an dieser Stelle schon mal Entwarnung für alle, die aufgrund des Namens einen Tabak mit Wäscheweichspüleraroma erwarten, wie z.B. Kentucky Bird. ;-)
Vielmehr erinnert die recht gelungene Aromatisierung geruchsmässig an eine Mischung aus Karamell und Instandkaffeepulver. Dieses Aroma, verbunden mit angenehmer Süße, findet man auch beim Rauchen sofort wieder. Einen Tabakgeschmack im ursprünglichen Sinne kann ich bei diesem Tabak eigentlich nicht entdecken, trotzdem wirkt das Aroma nicht aufgesetzt, sondern eher als müsse es so sein. Während des letzten Viertels der Füllung lässt der Geschmack leider stark nach und geht etwas in Richtung brennendes Papier. Das spricht nicht unbedingt für die Qualität der verwendeten Tabake. Dieser kleine Nachteil wirkt allerdings nicht so schwer, dass ich von Virginia Flowers abraten möchte, insbesondere wenn man noch den recht günstigen Preis im Hinterkopf hat.
Relativ schnell verbrennt die hell- bis mittelbraune Mischung, in der sich nur vereinzelt wenige BC-Fasern finden, zu dunkelgrauer Asche. Den schnellen Abbrand führe ich in erster Linie darauf zurück, dass der Tabak ziemlich trocken ist. Auch die Schnittbreite scheint auf unkomplizierte Handhabung ausgerichtet zu sein. Man kann es durchaus schaffen die Füllung einer 44/22er Pfeife (Brennraummaße) mit einem Streichholz in Asche zu verwandeln. Zumal der Tabak das Feuer auch gut annimmt. Die Kondensatbildung ist nicht weiter störend. Es fällt sogar auf, dass eine leere 9mm Filterkammer, im Vergleich mit anderen Tabaken, ziemlich "sauber" bleibt.
Eine Konkurrenz zum No. 50 aus der selected blend - Serie, dessen Aromatisierung ebenfalls in Richtung Karamell geht, ist Virginia Flowers eigentlich nicht. Dazu ist die Aromatisierung zu vordergründig, der Gesamtgeschmack, solange er gut ist, zwar angenehm aber eher gleichförmig. Beim No. 50 kommt eben noch die Stimme des Tabaks dazu, der Geschmack ist vielschichtiger, hat mehr Nuancen. Außerdem ist davon auszugehen, dass echte No. 50 - Fans den Geschmacksverlust zum Ende hin nicht tolerieren werden. Es sei denn, sie haben die Angewohnheit ihre Pfeifen nicht zu Ende zu rauchen.
Ich habe Virginia Flowers in großen und kleinen Pfeifen mit weiten, engen und konischen Bohrungen geraucht. Allerdings immer ohne Filter. In größeren Köpfen hat er mir besser gefallen. Die Raumnote wurde als angenehm bezeichnet, damit ist bei einem solchen Tabak aber auch zu rechnen.
Fazit:
Ein preiswerter Tabak mit angenehmer Aromatisierung, guten Raucheigenschaften und aufgrund seiner Milde auch sicher für Anfänger geeignet. Anspruchsvolle Raucher könnten aber möglicherweise nicht vollkommen zufriedengestellt werden.
(04.09.2000)
Frank Nicolai
Nachdem der Tabak mir mehrfach als kostengünstiger "Ersatz" für einen meiner liebsten Aromaten, den selected Blend No. 50 aus dem gleichen Hause, empfohlen wurde, habe ich den Tabak nun mehrfach geraucht und möchte den Versuch eines Vergleichs wagen.
Vorweg: Es gibt diese Blumen nur im Pouch. Deshalb bietet es sich an, den Tabak nach dem Öffnen in ein anderes Gefäß umzufüllen um ein Austrocknen zu vermeiden, denn der Tabak kommt schon verhältnismäßig trocken an.
Das Tabakbild entspricht wirklich fast genau dem des No. 50; wenn auch hier die dunklen Anteile IMO geringer sind. Der Tabak duftet auffällig nach einer Mischung aus Karamell und einer Spur Kakao; nicht so sanft wie beim teueren Bruder, aber doch noch im Rahmen dessen, was ich dezent nennen möchte. Interessant für den Geschmack und den Duft ist es, wenn man den Tabak in eine Pfeife gefüllt hat und an der noch nicht entzündeten Pfeife zieht. Dabei werden die Geruchs- und Geschmacksnerven mit dem Aroma verwöhnt, das (wohl wegen der geringeren Konzentration) schon aus dem Pouch kommt. Dieser Geruch und Geschmack erinnert schon sehr an die Nummer 50; ist jedoch deutlich stärker zu vernehmen. Ich hatte den Vorteil, beide Tabake parallel zu rauchen; so dass ich einen genauen Vergleich ziehen konnte.
Das Stopfen und Entzünden ist relativ problemlos. Der Tabak neigt etwas dazu, sich beim Entzünden aufzubäumen; er möchte nicht allzu fest gestopft werden - das gilt sowohl beim Rauchen mit als auch ohne Filter. Er raucht sich sehr schnell weg, was an seiner Luftigkeit liegen mag. Wenn er jedoch fester (zu fest) gestopft wird, kann es geschehen, dass die Pfeife ständig ausgeht und dann sottet und im Ende bitter wird. Hier hilft dann nur noch eine Noträumung - es sei denn, man mag eine verbrannte Zunge. Da ich das richtige Stopfen durch den Larsen 50 gerade erlernt hatte, waren meine Probleme damit nicht allzu groß. Obwohl oft vom Zungenbiss beim Larsen 50 berichtet wurde habe ich das auch bei den Virginia Flowers nicht erlebt; und das sowohl beim Rauchen mit als auch ohne Filter. Soweit das Objektive.
Schwerer wird es, einen Vergleich des Geschmacks und Geruchs beim Rauchen zu beschreiben. Beide Tabake sind sich auch im Geschmack so ähnlich, wie beim Geruchstest des Tabaks. Sie sind definitiv nicht identisch; die Unterschiede aber so marginal, dass es mir schwer fällt, sie zu beschreiben. Die Aromatisierung der Virginia Flowers ist etwas süßer und überdeckt den Tabakgeschmack mehr, als es bei der No. 50 der Fall ist. Den Geschmack zu beschreiben fällt mir schwer; eine "blumige" Note, wie der Name assoziieren will, kann ich nicht entdecken. Mich erinnert der Geschmack des Tabaks etwas an in der Pfanne karamellisierten Zucker mit einer Spur Kakao. Dabei ist dieses Aroma aber nicht den Geschmack beherrschend; es handelt sich bei den Virginia Flowers absolut nicht um eine hocharomatisierte Mischung, jedoch ist die Aromatisierung auch nicht so dezent wie beim Larsen 50.
Die Raumnote entspricht in etwa den Erwartungen - sie ist auf jeden Fall tabakechter als der Geschmack.
Fazit:
Larsens Virginia Flowers ist in jedem Falle eine Alternative zur No. 50; ohne jedoch die Qualität jenes zu erreichen. Das ist bei einem Preisunterschied von 2,75 DM jedoch nicht anders zu erwarten. Ich halte diese Mixture für anfängerfreundlich und einrauchgeeignet. Sie diszipliniert und erwartet richtiges Stopfen und langsames Rauchen. Fehler werden gnadenlos der Zunge mitgeteilt. In meiner persönlichen Liste erhält der Tabak ein "Empfehlenswert".
(20.09.2000)
Martin Bleisteiner
Dieser Tabak duftet herrlich süß, mit einer Schoko- oder Mokkanote, die den Tabakduft ergänzt und unterstützt. Das Bild der Mischung ist überwiegend hell mit einigen dunklen Fitzelchen.
Das Anzünden geht relativ leicht, die Feuchtigkeit ist ok, er trocknet aber leicht aus.
Der Geschmack ist nicht ganz so süß wie erwartet, mehr rauchig, er erinnert mich an den Larsen 32.
Weil er so leicht ist, rauche ich ihn gerne auch im Sommer bei Hitze, wenn mir andere nicht mehr schmecken.
Der Virginia Flowers gibt unter Umständen riesige Mengen Kondensat ab. Er beißt heftig, wenn man mal zu schnell zieht, und geht im anderen Fall bald aus. Ich habe einige Pfeifen gebraucht, bis ich mich an ihn gewöhnt hatte. Dann aber wurde er sehr gut, und das Aroma enthält viele Nuancen. Die Raumnote ist süßlich und ist gut angekommen.
Ohne Filter ist erhöhtes Risiko für Zungenbiss gegeben. Wieder nach einigen "Übungssitzungen" hat er mir ohne Filter noch besser geschmeckt, aber verlangt dann volle Konzentration.
Den werde ich mir öfter kaufen.
(10.10.2000)