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Tordenskjold Virginia Slices
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Tordenskjold |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | Virginia, Perique |
| Schnittbreite: | Flake |
| Typ: | naturbelassen |
| Stärke: | medium |
| Verpackung: | 50 g |
| Preis: | 6,70 Euro |
Björn Hollensteiner
Die Virginia Slices aus der Tordenskjold-Reihe von Dan Pipe sind ein klassischer Virginia-Periqueflake, die ohne Flavouring auskommen. Laut Dan Pipe stellen die Tordenskjold-Tabake "typisch dänische" Mischungen dar, die leicht sind, aber doch ein "charaktervolles" Tabakaroma bieten.
Angeregt durch die vielen Reviews amerikanischer Produkte in dieser Mischungsrichtung bestellte ich mir diesen Flake. Beim ersten Öffnen duftet es aus der Dose sehr fein nach Schokolade und entfernt auch nach Pflaumen. Diese Düfte werden im Zusammenhang mit Virginia/Periquetabaken immer wieder genannt. Ich habe sie bei den Slices zum ersten Mal in dieser Ausprägung gerochen. Da laut Dan Pipe der Tabak kein Flavouring enthält, muss dieser Duft wohl vom Tabak selbst kommen.
Die Flakes sind in der 50 Grammdose fast unzerbrochen in quadratischer Form (7 x 7 cm) abgepackt und von einer vollbraunen Farbe, die durch hellbraune Flecken aufgelockert wird. Der Tabak sollte vor dem Stopfen gut aufgerubbelt werden, wenn man ihn in kleineren Pfeifenköpfen rauchen will. Er lässt sich, Flake-typisch, etwas schwer entzünden. Ich brauche regelmäßig 3 - 4 Anzündevorgänge, bis er zufriedenstellend glimmt. Aber dann: Es erschließt sich ein feiner, duftiger, weicher Rauchgenuss, den ich in dieser Form noch nicht kannte. Kein Vergleich zum Mc Baren Virginia No. 1, den ich bisher sehr schätzte. Mir kamen sofort Assoziationen zum Tee Darjeeling First Flush, der ja auch leicht ist, aber tolle Aromanuancen besitzt. Der Tabak glimmt langsam und recht kühl. Am Anfang muss man, auch das ist oft so, etwas vorsichtiger rauchen, denn der Hauptteil der Feuchtigkeit kommt in den ersten 10 Minuten im Rauchstrom mit.
Die Virginia Slices sind leicht und für meine Begriffe recht zungenmild. Die Kondensatbildung ist gering und es bleibt feine graue Asche übrig. Über die Raumnote wird sich wohl niemand beklagen können.
Fazit:
Die Virginia Slices sind ein vorzüglicher Tabak zum richtigen Genießen am Abend. Wer einmal einen Virginia- Perique Tabak probieren möchte, und nicht unbedingt gleich über den großen Teich schielen möchte, dem sei zu den Virginia Slices geraten.
Wolf-Rüdiger Jürgens
Den Tordenskjold hatte ich schon Januar dieses Jahres gekauft, und rund 9 Monate in einem Einweckglas agen lassen. Dadurch ist er recht trocken geworden was aber nicht negativ ist. Er kam frisch aus der Dose viel zu feucht. Um es vorweg zu nehmen, das ist kein Vergleichs-Review zwischen frischem und geagtem Tabak, meine Aufzeichnungen gleich nach Öffnen der Dose vermerken einen viel zu nassen recht heuig riechenden VA. Der Geschmack war ziemlich bissig. Das zu dem Tabak im frischen Zustand. Nun zum geagten Flake.
Beim Öffnen des Glases der selbe heuige Geruch nur riecht er jetzt mehr wie die Stelle der Wiese den die Kühe als Rastplatz nutzen ;-). Fast möchte ich den Geruch als widerlich bezeichnen. Doch die "negativen" Aromen verfliegen rasch, und man riecht nur noch einen leicht säuerlichen VA. Das Stopfen ist problemlos, ein Stück des Flakes falten und in die Pfeife drehen , andrücken, das war's. Er lässt sich leicht entzünden, nach 2 Hölzern meist glimmt er gleichmäßig. Die ersten Züge vermitteln einen scharfen, fast bissigen Geschmack. Dieser verliert sich jedoch nach ca. 10 Minuten, und macht einem süßen, hellen Virgina- Geschmack Platz. Der Geschmack ist aber recht eindimensional, er wird weder besser noch schlechter und verändert sich auch im letzten Drittel kaum. Zurück bleibt feine hellgraue Asche.
Fazit:
Selbst 9 Monate Lagerung haben aus einem Frosch keinen Prinzen gemacht. Ich kann ihn nicht empfehlen.
(19.9.2000)
Jörg Frahnow
Beschreibung von Dan Pipe: Ein vollmundiger goldgelber Flake aus besten Virginia Grades und Louisiana Perique. Dieser Tabak bietet Ihnen einen leichten, milden Rauchgenuss mit natürlich-weichem Geschmack, wie Ihn Freunde eines excelennten Flakes schätzen.
Wie immer....auf die Dose und rein mit der Nase. Hmm, ich mag ihn, diesen Duft nach Backobst, ob das nun Pflaumen oder Aprikosen sind ist mir egal. Auch will ich mich nicht festlegen, ob dieser Duft dem Virginia oder dem Perique entstammt. Ich tippe auf das erstere. Aber was ist denn nun mit dem Perique? Um ihn zu kosten, nach dem ich soviel von Ihm hörte, habe ich mir doch diesen Tabak geholt. Den Duft des Virginia kenne ich doch in ähnlicher Form auch von anderen. Also zweiter Schritt. Pfeife raus und rein das Kraut.
Dazu habe ich diesen gleichmässig mittelbraunen und für Virginia verhältnismässig dunklen Tabak leicht zerrieben und in eine Pfeife mit breiterer Kopfbohrung eingebracht. Meine Georg Jensen Intarsia schien mir dafür genau richtig. Anzünden ging mühelos. Jedoch aufgepasst, nicht ganz so voll stopfen wie vielleicht üblich. Selbst nach dem ersten und zweiten andrücken des aufgebäumten Tabaks hat er die ersten Minuten immer noch den unbändigen Drang sich nach oben Platz zu verschaffen. Was dann auf meine Geschmacksnerven traf war allerdings neu. Das muss der Perique sein. Das kannte ich noch von keinem herkömmlichen Virginia. Das war eine geschmakliche Fülle, wie sie mir zu oft beim reinen Virgina fehlt. Vollmundig im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kann es einfach nicht anders beschreiben. Würzig und doch süss. Das ist nicht der aufdringliche Geschmack einer Aromatisierung. Das ist für mich ein völlig neues Geschmackserlebnis, an welches ich mich gerne gewöhnen werde. Dieser Tabak glimmt so gutmütig, kühl und ohne Kondensatbildung, wie ich es ebenfalls selten erlebte. Selbst nach minutenlangen Telefongesprächen bekommt man Ihn oft wiederbelebt ohne neu anzuzünden. Apropo neu anzünden. Sollte man Ihn in der zweiten Hälfte auf Grund eines zum Beispiel zu langen Telefonates mal neu anzünden, wird die Freude ordentlich getrübt. Bei mir reagierte er bitter und bissig auf der Zunge. Ich glaubte einen anderen Tabak zu haben. Das lässt sich ja aber abstellen, indem man den Stecker des Telefon`s vorher herauszieht. ;-)
Fazit:
Selten stimmt eine schlichte Beschreibung des Herstellers so mit dem tatsächlichen Rauchergebnisses überein. Ja der Virginia Slices ist vollmundig, wenn auch nicht goldgelb. Dieser Tabak ist leicht, mild und natürlich-weich, er ist excellent wenn man sich Zeit für ihn nimmt und nicht nebenher telefoniert aber wie schon erwähnt dafür gibt es ja den Stecker und das hat der Tordenskjold Virginia Slices allemal verdient.
(10.11.2003)