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DTM Wappen von Hamburg
(Pfeifentabak)
| Markenname: | DTM |
| Hersteller: | DTM |
| Mischung: | Virginia, Black Cavendish |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | aromatisiert |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | 50 g Hochdose |
| Preis: | 11,50 DM |
Björn Hollensteiner
Wappen von Hamburg gehört in eine Serie von Pfeifentabaken, die DTM als Hommage an die Stadt Hamburg herstellt. Der Werbetext verspricht einen guten Tabakcharakter bei großer Zungenmilde. Auf das "Wappen" bin ich durch Michael Karrengarn gekommen, der ihn als All-Day-Smoke schon seit Jahren schätzt.
Das Tabakbild ist bestimmt von hellen und dunkleren Virginiasorten, etwas Black Cavendish und geringen Ready Rubbed - Anteilen. In der Dose eine feinsüßer Virginiaduft, der von leicht alkoholischer Geruch nach Cafe au lait mit Cognac untermalt wird. Ein sehr leckerer Dufteindruck, der Vorfreude auf das Rauchen macht. Da die Ready Rubbed Anteile recht fest sind, sollte man sie vor dem Stopfen etwas zerreiben, sonst können sie zur Bildung von Luftlöchern führen. Das Anzünden ist problemlos, die Feuchtigkeit in der Dose gerade richtig. Es erschließt sich ein feinsüß-fruchtiger Rauchduft, der vom Virginia getragen wird. Der Rauch beißt so gut wie überhaupt nicht auf der Zunge, hat aber genug Fülle, um nicht zum schnellen Ziehen zu führen. Man sollte den Tabak ohne Filter rauchen, dann kann man ihn richtig schmecken. In der zweiten Hälfte der Füllung tritt das Casing in den Hintergrund und ein reiches Virginiaaroma stellt sich ein, was für die hohe Qualität der Tabaksorten spricht. Der Tabak brennt langsam, ohne Filter rauche ich durchaus über eine Stunde an einer mittleren Füllung. Die Kondensatbildung ist sehr gering, übrig bleibt feine weiße Asche.
Fazit:
Ein hervorragender Tabak, der sich sowohl für den Anfänger eignet, wie auch für erste Versuche ohne Filter. Aufgrund der unkomplizierten Abbrandeigenschaften auch ein guter All-Day-Smoke. Die Umwelt wird es dem Raucher danken, denn der Duft wird als sehr angenehm bezeichnet. Sollte man mal probiert haben, sofern man nicht völlig gegen Casings und Aromatisierungen ist.
(09.05.2000)
Michael Karrengarn
Im DP-Katalog wird er als dezent aromatisiert beschrieben. Ich habe bei Dan Pipe nachgefragt, womit er aromatisiert ist und Herr Frickert hat die folgende Antwort geschickt:
" ... Dieser Tabak ist ursprünglich als Quermischung verschiedener anderer Sorten aus unserer Eigenmarkenreihe entstanden, und da sich die dort enthaltenen Aromen auch miteinander mischen und dadurch völlig neue Nuancen hervorbringen, ist eine exakte Aufzählung der Aromen wenig aussagekräftig. Ähnlich wie beim Aromatisieren von Lebensmitteln entsteht eine Geschmacksnote, die der Konsument einer bestimmten Frucht zuordnet, oft erst aus einer Vielzahl einzelner Duft- und Geschmacksstoffe. Extrakte aus der betr. Frucht allein könnten das nie leisten. Im Wappen von Hamburg sind verschiedene Fruchtessenzen enthalten, die einen Duft und Geschmack in Richtung Aprikose, Pfirsich, Johannisbeere vermitteln, unterlegt von einem Hauch Vanille, welche den Eindruck der Milde des Tabaks unterstreicht. Ich hoffe, dass Sie auch weiterhin an unseren Tabaken Genuss finden.
Gruß aus Hamburg, H. Frickert"
Frank Nicolai
Der Tabak Wappen von Hamburg ist einer aus der DTM-Serie, die als Referenz an die alte Hansestadt Hamburg gedacht ist. Dazu gehören auch der Hamborger Veermaster und der Likedeeler. Diese Serie soll an den Geist und die Tradition der Tabak-Kunst in Hamburg erinnern. Wenn es mit dem Veermaster wegen seiner relativen Schlichtheit gelungen scheint, bin ich mir beim Wappen nicht ganz so sicher.
Der Tabak ist eine Mischung aus Virginias und Black Cavendish wie auch das Tabakbild zeigt: dunkelbrauner, fast schwarzer BC und hellbrauner bis zitronengelber VA sind in einem etwa gleichen Verhältnis gemischt. Der Wappen ist ein aromatisierter Tabak (und nur das lässt mich zweifeln an dem Anspruch DTM's, Tabake in alter Tradition herstellen zu wollen), der fruchtig duftet, ohne jedoch aufdringlich zu wirken und den Tabak zu ersticken.
Das Stopfen und Entzünden geht relativ problemlos vonstatten; zwei, drei Streichhölzer genügen in der Regel dafür. Der Tabak brennt ruhig und ohne zu heiß zu werden herunter. Allerdings ist es mir nicht gelungen, eine Füllung bis auf reine Asche herunterzurauchen. Bei mir blieben immer einige schwarzgekohlte Strünke in der Asche über. Und: Wappen von Hamburg ist einer der wenigen bisher von mir gerauchten Tabake, die ein erneutes Anzünden übel nehmen. Solang der Tabak noch ein klein wenig glimmt, ist alles in Ordnung; wenn er jedoch völlig erloschen ist, reagiert er auf erneutes Anzünden mit Bitterkeit. Auch die Aromatisierung ist dann verflogen.
Wenn der Wappen jedoch gleichmäßig und ruhig geraucht wird - wobei er ein paar zu hastige Zügen auch nicht sofort mit Zungenbrennen quittiert - bleibt die stille Fruchtigkeit des Aromas gut erhalten bis zum Ende der Pfeife. Zum Ende des Rauchens hin ist ein wenig mehr vom Tabak zu erkennen; was aber nicht bedeutet, dass er zu Beginn der Füllung vom Aroma erschlagen wird.
Die Aromatisierung ist nicht ganz so dezent wie bei Larsens No. 50 oder Old Fashioned, jedoch immer vorhanden und den Tabakgeschmack unterstützend. Ich würde ihn zu den leichten Tabaken zählen, die einen Drang zu medium haben.
Fazit:
Wappen von Hamburg ist ein freundlicher Begleiter für den ganzen Tag und all denen zu empfehlen, die ab und an mal etwas "naschen" wollen, trotzdem aber auch auf den Geschmack von Tabak nicht verzichten wollen. Zudem ist die Raumnote nicht aufdringlich und erinnert auch im kalten Zustand noch immer an Tabakrauch; nicht an russisches Parfüm. Wegen seiner wirklich gutmütigen Raucheigenschaften ist er als all-day-smoke zu empfehlen; wegen seines bitteren Geschmacks beim Wiederanzünden jedoch bekommt er von mir nur die Wertung: "empfehlenswert".
(13.06.2000)
Frank Nicolai
Nachdem ich inzwischen fast 50 Füllungen mit diesem Tabak geraucht habe möchte ich mein erstes Urteil ein wenig revidieren.
Wenn ich in meinem ersten Review noch davon sprach, dass der Tabak das Wiederanzünden übel nimmt und mit Bitterkeit reagiert so muss ich dass nunmehr bestreiten.
Der Wappen von Hamburg ist inzwischen zu meinen wirklichen All-Day-Smoke geworden; wann immer mir nach etwas Süßem ist stopfe ich mir eine Pfeife mit dem Wappen. Wie schon in meinem Larsens No. 50 - Review geschrieben kann der Tabak problemlos - auch ohne Filter - geraucht werden, ohne dass man große Konzentration dazu benötigt. IMO etwas, das für mich einen All-Day-Smoke kennzeichnet.
Möglicherweise war der Tabak zu feucht als ich ihn reviewte. Ich habe nun eine 250g-Nachfüllpackung offen und hier habe ich die benannten Probleme überhaupt nicht mehr.
Deshalb erhält der Wappen von Hamburg von mir die Wertung "sehr empfehlenswert".
(04.09.2000)
Jörg Frahnow
Beschreibung von Dan Pipe:
Heller bis mittelbrauner Virginia in verschiedenen Schnittbreiten und etwas mildsüßer Black Cavendish, mit Flake-Scheiben fein abgestimmt, die auch für ruhiges Glimmen und kühlen Rauch sorgen. "Wappen von Hamburg" ist eine mittelkräftige, zungenweiche Mischung, in der geschmacklich der tabakechte Eindruck überwiegt. Die dezente Aromatisierung belebt lediglich die natürliche Süsse des Virginia- Tabaks. Zu empfehlen für grössere Pfeifen.
Damit ist zwar schon mal eine Menge über diesen Tabak gesagt aber manches, meines Erachtens nicht wirklich richtig weitergegeben. Fangen wir mal mit dem äusseren Erscheinungsbild an. Die 50g Hochdose ist hübsch aufgemacht und kann einzeln wie auch im Set mit 5 weiteren Tabak-Sorten als Box erworben werden oder als 250g Sparpack. Spätestens nach dem öffnen glaubte ich der Aussage einer dezenten Aromatisierung nicht mehr und ich sollte mich m.E. nicht irren. Kräftige Vanille- Caramel- und andere Süssdüfte treffen auf die Nase. Aber auch Spuren von Zimt oder Anis glaubte ich wahrzunehmen.
Das Aussehen des Tabaks selbst ist nett anzusehen und macht Appetit. Tabak in allen hell- und mittelbraunen Tönen dazu der Black Cavendisch und die Flakestückchen....ein wirklich abwechslungsreiches Erscheinungsbild.
Er lässt sich leicht in die Pfeife einbringen und macht auch beim anzünden nicht sonderlich viel Probleme obwohl er frisch geöffnet etwas sehr feucht daherkommt. Nach dem zweiten Streichholz sollte es klappen und er glimmt...und damit möchte er bis zum Schluss nicht mehr aufhören, soll heissen: er glimmt willig durch und am Ende bleibt sehr helle Asche mit ein paar schwarzen Teilchen drüber. Ob die nun vom Black Cavendisch oder den Flakestückchen herrühren ist mir nicht klar.
Von Anfang an hat man das volle Aroma im Mund und das hält sich wacker bis zum Ende. Von der Eingangs erwähnten dezenten Aromatisierung nicht die Spur. M.E. schon ein ganz schöner Aromahammer, so dass vom eigentlichen Tabak nicht mehr viel zu vernehmen ist. Wie empfohlen, in grossen Pfeifen, hätte ich das wohl nicht bis zum Ende ausgehalten. Das wäre einfach zu viel des guten. In einer kleinen Pfeife nach dem Frühstück bietet er sich da schon eher an. Das Umfeld wird`s einem danken denn die Raumnote ist gut bis vorzüglich. Meine Familie jedenfalls ist begeistert. Meine Zunge im übrigen auch, die fühlte sich zu keiner Zeit irgendwie gereizt. Mich erinnerte im Entfernten dieser Tabak an den Larsen No. 50 wobei man bei diesem wohl wirklich von Dezenz sprechen kann. Wem der Larsen also zu sanft daherkommt darf mit dem WvH die Potenz dessen gern probieren.
Ich habe beschlossen, es für die Zukunft beim Versuch mit der 50g Dose zu belassen.
(26.09.2003)