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Planta Wellauer's English Blend
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Planta |
| Hersteller: | Planta |
| Mischung: | syrischer Latakia und Perique |
| Schnittbreite: | kleine Vierecke, fast wie granuliert, nur etwas größer |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | leicht-medium |
| Verpackung: | Pouch 50 g |
| Preis: | DM 10,50 |
Martin Bleisteiner
Beim Öffnen der Verpackung riecht man den Latakia, verglichen mit EMP relativ schwach, und es riecht etwas modrig. Keine Aromatisierung erkennbar. Die Feuchtigkeit war ursprünglich mal ok, meiner ist inzwischen ein wenig angetrocknet. Das Anzünden kein Problem. Der Geschmack ist herrlich, man merkt den Latakia. Die modrige Note ist im Geschmack nicht vorhanden. Es ist noch irgendeine andere Note dabei, die mich an Wald erinnert. Der Tabak brennt willig, geht nicht aus. Er sottet so gut wie nie. Gegen Schluss wird der Geschmack immer voller und besser. Zur Raumnote kann ich nicht viel sagen, jedenfalls für mich ist es angenehm, würzig. Aber nichtrauchende Mitmenschen sehen das garantiert anders, wenn Wellauers auch lang nicht so schlimm ist wie EMP oder Nightcap. Ich rauche ihn lieber ohne Filter, und wenn ich ihn im Freien rauche, finde ich ihn noch besser.
Ein englischer Tabak, der kein so starker Hammer ist. Wird in meinem Sortiment nicht mehr fehlen.
(Hinweis:
Dieses Review vom Wellauers English Blend betrifft noch die Mixture des alten Herstellers, bevor Planta ihn produziert hat.)
Sven Königsmann
Hier eine Ergänzung zum bestehenden Review, da sich das bestehende auf die Vor-Planta-Zeit dieses Tabaks bezog.
Der Hersteller (Planta) sagt:
(Zitat) Die klassische englische Mischung, reich an Syrischem Latakia, der im Anbauland über Holzkohle geräuchert wird. So entsteht der typisch feine Rauchgeschmack. Vollaromatisch, wundervoller Duft, mild im Rauch und reich an würzigem Aroma.(Zitat Ende)
Da auf meinem Pouch noch ein Preis von 5,60 Euro aufgedruckt ist, der Preis laut Planta-Website jedoch mittlerweile 5,75 Euro beträgt, gehe ich davon aus, das mein Tabak schon ein wenig im Laden lag. Das lässt zumindest nicht auf einen allzu regen Verkauf schließen.
Die Schnittart des Tabak erstaunt mich, er ist für einen Tabak nach englischer Art wirklich sehr grob geschnitten. Der Duft im Pouch ist recht angenehm, ich rieche den Latakia und auch etwas süßliches, das mich anfangs an eine Aromatisierung denken ließ. Hundertprozentig sicher bin ich mir noch immer nicht.
Das Stopfen geht leicht von der Hand, man sollte jedoch wegen des breiten Schnittes Pfeifen mit weiter Kopfbohrung wählen und nicht ganz so fest stopfen, wie man es von übrigen Engländern gewöhnt ist.
Zum Anzünden genügen 1-2 Zündhölzer, der Tabak glimmt dann freiwillig und ohne Nachzünden zu erfordern.
Geschmacklich ist er etwas leichter und weniger komplex als z.B. die Dunnies, entwickelt aber ein nussiges Aroma mit leichter Süße, die jetzt jedoch vom Tabak zu kommen scheint. Künstliche Aromatisierung meine ich nicht zu schmecken.
Er ist nicht kreislaufbelastend.
Ich empfinde ihn als eine recht angenehme und auch preisgünstige Alternative zu anderen Tabaken englischer Art, als Abwechslung kann man sicher ab und zu mal ein Pouch verbrauchen.
Einer der wenigen Engländer, die mir auch schon am frühen Morgen schmecken.
(17.02.03)
Stefan Roller
Der Tabak präsentiert sich in grobem, für eine englische Mischung recht ungewöhnlichen Schnitt. Die Stücke sind kurz und breit. Farblich dominieren mittlere Brauntöne bis Schwarz. Ganz wenige helle Einsprengsel sind sichtbar.
Geruch: wenig aromatischer Latakia; ganz im Hintergrund ist noch "etwas Anderes".
Das Anzünden geht geht leicht vonstatten. Im Geschmack bestätigt sich der geruchliche Eindruck von flachem Latakia, ohne jede Tiefe mit (sic!) der Neigung zum Beißen. Dazu gesellt sich eine nicht näher bestimmbare aromatische Grundnote, die auf der Zunge widersprüchliche Geschmäcker hinterlässt und die Frage: ist der Latakia echt? Hier sei mir der Hinweis gestattet, dass Panta durchaus gut rauchbare englische Mischungen im Sortiment führt, ich denke da nur an den Sörensen&Petersen No.34.
Langsam geraucht ist er nicht wirklich schlecht, aber ich empfinde ihn nicht als einen echten Engländer. Mit der Zeit tritt der Latakia etwas stärker in den Vordergrund, bleibt aber flach. Gegen Ende wird der Geschmack bitter und der künstliche Beigeschmack tritt verstärkt hervor.
Fazit: es gibt so gute englische Mixturen...
Rolf Öttking
Pouchduft Latakia (deutlich)
Farbspiegel: insgesamt dunkel gehalten: braunes Blattgut, Schwarzes Blattgut, ein paar hellbraune Einsprengsel
Schnittbreite: bis zu ca. 5mm, manche noch darüber. einzelne schwarze Teilchen scheinen gepresst (B.C.?).
Konditionierung: etwas pappend, auf der feuchten Seite
Bemerkungen: scheint komprimiert gewesen zu sein (auf dem Versand?), aber nicht Crumble (?), pappt etwas.
Pouchduft erinnert irgendwie an Presbyterian, der Tabak ist aber viel breiter geschnitten.
Tabak sollte vor dem Befüllen aufgelockert werden, da grobe Stücke schlecht anbrennen
Anzünden: s.o. Nachzünden: dann problemlos
Erste Züge: Latakia, sanft, deutliche, aber dezenze Süße, kein Kentucky. Orient: bisher nicht. Kommt in punkto Crossover gegen (z.B.) Perferction nicht an, ist also als leichter einzustufen.
Erstes Drittel: ganz leicht rass (vielleicht wegen MS-Filter?), herb-erdig, trotzdem auch süß, ergiebiger Rauch.
Nachzünden für gleichmäßige Oberfläche. Aschendeckel läßt sich ohne Widerstand durchstoßen:
kein zusätzlicher Zucker, der karamellisieren würde.
Zweites Drittel: Tabak hat unterschwellige Süße, die nach eine Hauch deutlicher und duftiger nach oben kommt,
Wenn der Tabak Luft durch den Aschendeckel erhält (Perique?). Weiterhin vorherrschend herb.
Letztes Drittel: etwas pfeffrige Unternote, mal sehen, ob man die beim Neurauchen auch bemerkt.
Fazit/Bwemerkungen: Scheint ein Engländer ohne Orient zu sein, daher kein typischer Engländer.
Stärke etwa mittel, der Latakia bleibt trotz des Pouchduftes im Hintergrund. Vielleicht etwas zu dezent.
Falls man eine Bruyerepfeife nimmt, würde ich eine Einzelpfeife nehmen. Der Tabak dürfte kein
nennenswertes Crossover produzieren, daher besteht in diesem Fall auch keine Gefahr der Prägung.
Ich weiß nicht, ob ich nach einer ganzen Dose 850gr) einen intensiveren Eindruck bekomme, auf den ersten
und zweiten Rauch ist er mir ein bißchen zu dezent. letzteres liegt aber wohl auch daran, daß ich schon
ein paar dezente VA/Würz- Mischungen habe, so daß dieser dann nur einer unter vielen wäre.
Aber ich würde ihn auch nicht "vom Pfeifenrand schubsen".
Vermutung: keinen Schimmer!
Frank Kalinowski
Probe Nr. 4 besteht aus kurzem, ziemlich breit gerissenem Blattgut. Sie ist die dunkelste der vier Tabake und ich vermute sie hat, neben Periquie, den größten Lakakiaanteil.
Das Stopfen ist denkbar einfach, durch den kurzen Schnitt kann man den Tabak einfach in den Kopf fallen lassen und nach belieben verdichten. Allenfalls 18er, oder vielleicht auch noch bei 19er Bohrungen, könnte es vielleicht etwas schwierig werden die relativ breiten Stücke vernünftig zu verteilen.
Beim Anzünden reagiert Probe Nr. 4 etwas träge. Erst glimmt die eine Ecke, dann die Andere, dort wird sich etwas gekräuselt, hier verlischt die Glut, aber wenn er sich dann endlich entschlossen hat, bleibt die Pfeife auch an und bildet einen schönen rein weißen Deckel, komme was da wolle.
Der Latakia dominiert von Anfang an, nicht ohne dem Geschmack des überraschend süßen Virginias einen Platz einzuräumen, aber das war es dann auch schon. Sicherlich sind da noch einige schokoladig-lakritzartige Töne, die sich durchaus harmonisch mit einbringen, aber es ist ganz klar, wer hier die "breiten Schultern" hat. Und das ist bis zum Schluß so. Da verändert sich nichts, nicht einmal der Nikotingehalt steigt merklich an und erst wenn auch der letzte Tabakkrumen seinen Kampf gegen das Feuer verloren hat, merkt man das der Spuk vorbei ist.
Fazit
Wenn man gerne süß raucht und Latakia mag, sicherlich ein guter Tabak für jeden Tag. Völlig unkompliziert zu rauchen, ich kann mir kaum vorstellen das er so etwas wie Kondensat überhaupt entstehen lassen kann, aber mir ist er entschieden zu langweilig -latakialastig.
Oliver Jung
Bei diesem Tabak handelt es sich um eine Mixture von mittel- bis dunkelbrauner Farbe mit schwarzen Sprenklern. Der Tabak besteht aus kurzen breiten Fasern, man könnte fast von einem Cubecut sprechen. Der Geruch deutet eindeutig auf einen Latakiaanteil hin. Das stopfen ist aufgrund des Cubecut Schnitts problemlos. Das anzünden gestaltet sich Latakiatypisch etwas schwieriger.
Schon in den ersten Zügen ist der Latakia deutlich wahrnehmbar, ohne alles andere zu übertünchen. Der Latakia macht diesen Tabak interessant, was diesem Tabak aber aus meiner Sicht wirklich fehlt, ist eine entsprechende Basis aus Virginia Tabaken. Für jemanden, der gerne Latakia Mixtures raucht, oder Latakia einfach mal ausprobieren möchte ist dieser Tabak sicherlich nicht schlecht, mir fehlt eine hochwertige Basis, damit er für mich wirklich interessant wäre. Denn damit der Latakia diese Mixture einzig alleine tragen könnte, ist für mich einfach zu wenig davon enthalten. Irgendwie will er bei mir nicht richtig fluppen.
Stephan Beek
Eine erkennbar "englische Mischung", was mich dazu gebracht hat, mir diesen als letzten der Tabake vorzunehmen, die ich für den Test geraucht habe. Sind "Engländer" doch mein Steckenpferd und fühle ich mich bei ihnen am ehesten zuhause, waren meine Erwartungen in dieses Rauchkraut doch recht hoch.
Meine Nase jedenfalls signalisierte eine angenehm ausgewogenen, jedoch nicht zu Latakia-lastige englische Mischung der "alten Schule". Orient, VA und Latakia spielen eine Rolle, das Tabakbild jedoch war und ist interessant, da es für eine englische Mischung recht ungewöhnlich ist. Ähnliche Schnitte kenne ich im Zusammenhang mit einer englischen Mischung nur von Samuel Gawith, was mich dazu führt zu vermuten, daß der Tabak aus diesem Hause stammt.
Das Stopfen sollte, auf Grund der großen Stücke, die fast quadratisch ausfallen mit etwas Bedacht geschehen, schnell stopft man zu fest, was sich beim Rauchen dann wiederrum negativ auswirken kann, da der Tabak sonst beim Nachstopfen "festbacken" kann. Daher habe ich ihn recht locker gestopft. Das Anzünden jedoch, war relativ unproblematisch, kein Aufbäumen, kein schlechter Anbrand. Recht schnell brannte die Oberfläche und der Versuch konnte beginnen.
Schon bei den ersten Zügen war mir klar, daß meine Nase mich nicht getäuscht hatte. Die VAs standen im Hintergrund, der Orient und der für meinen Geschmack etwas zu wenig enthaltene Latakia sorgten für eine rauchig-würzige, zugleich erdige Note. Gleichzeitig war ich jedoch die dezente Süße erstaunt, die in ihrer karamell-artigen Eigenheit für eine gelungene Komponente der Mischung sorgte und den Geschmack ein wenig in die Richtung der rauchig-süßen schottischen Whiskeys á la Ardbeg 10 & Co. lenkte. Wäre ein klein wenig mehr Latakia dabei, es wäre ein Traum....
Durch das lockere Stopfen und die recht großen Stücke, brannte der Tabak auch recht schnell nieder, was jedoch dem Gesamtbild keinerlei Trübung brachte. Die leichte Süße verschwand zunehmend und machte der rauchigen Seite des Latakias wie so oft Platz. Leider jedoch, blieb eine pfeffrige Konstante dabei, die von der Seite der Orients herstammte und vom lockeren Stopfen und dem damit verbundenen heisser rauchen noch gefördert wurde. In einer großvolumigen Pfeife, die über ein entsprechendes Fassungsvermögen vergfügt und Platz für die Entfaltung des Tabaks bietet, sollte dies jedoch keine Rolle spielen.
Auch nach der Hälfte und im letzten Drittel der Füllung wurde der Tabak keinesfalls langweilig, sondern wartete mit konstantem Geschmack und angenehmem Mundgefühl auf. Heiss rauchen war dennoch kein Thema, auch wenn ich den Tabak Anfängern nicht empfehlen würde, da es doch etwas Übung bedarf ihn entsprechend im Griff zu behalten. Im Großen und Ganzen dominiert bei diesem Tabak der Orient das Geschehen, nicht unangenehm, doch wäre etwas mehr Weichheit vom Latakia wünschenswert gewesen.
Fazit:
Der Tabak eignet sich für Freunde englischer Mischungen durchaus zum "All-Day-Smoke" und ist sicher eine willkommene Abwechslung zu den vielen bekannten, englischen Mischungen in deren Tabakregal. Für mich war unterm Strich ein wenig zu "unenglisch", mir hat der Latakia eine zu untergeordnete Rolle gespielt, dennoch würde ich ihn jederzeit wieder rauchen, besonders dann, wenn mir mal der Sinn nach etwas weniger meines geliebten "Schwarzen Rauchkrauts" steht.
(05.12.2008)