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Fribourg & Treyer Wingate Mixture
(Pfeifentabak)
| Markenname: | Fribourg & Treyer |
| Hersteller: | Planta |
| Mischung: | Virginia / Havanna / Perique / Latakia |
| Schnittbreite: | Mixture |
| Typ: | englisch |
| Stärke: | medium-stark |
| Verpackung: | 50g Rechteckdose |
| Preis: | 15,75 DM |
Rolf Hollmann
Zuerst zur Verpackung: Die Rechteckdose mit dem dunkelgrün/goldenen Etikett gibt dem Käufer das Gefühl, etwas Exklusives in der Hand zu halten. Im Regal allerdings führt die Dose eher ein Schattendasein, da sie sich schlecht von der bunten Vielfalt abhebt.
Nach dem Öffnen... ...sieht man zuerst außer einem weißen Pappendeckel nichts. Er lässt sich gut entnehmen und später auch wieder gut einlegen. Der Tabak ist in einem Kunststoffbeutel verpackt, der oben zusammengefaltet ist. Der Beutel lässt sich nach Entnahme einer Pfeifenfüllung gut verschließen und durch den Pappendeckel fixieren. Dies und die Gummidichtung im Deckelrand machen den Tabak nach Anbruch gut lagerfähig. Die hell- und dunkelbraunen VA/Pe Tabake und der fast schwarze Latakia geben ergeben die typische englische Mischung. Von langfaserig über kurz geschnitten bis Flocken (grünlich/grau) ist alles vorhanden. Der Geruch wird vom Latakia bestimmt ohne aufdringlich zu wirken. Eine Aromatisierung ist nicht zu erkennen. Der Tabak ist fast frei von dickeren Blattrippen, die vorhandenen können problemlos mitgeraucht werden.
Das Stopfen und Anzünden... ...geht recht gut. Da der Wingate nicht fest gepresst ist, kann man ihn ohne Auflockern in die Pfeife bringen und nach der "Drittel-Methode" stopfen. Wenn man beim Anrauchen aufpasst, reicht ein (1) Holz.
Das Wichtigste... ...das Rauchopfer. Der Tabak brennt gut an, ohne sehr neugierig zu sein. Aufgefallen ist mir bei allen Füllungen, dass der Tabak anfangs stark "Schwitzt", dann aber bis zum Schluss trocken und kühl abbrennt. Wenn man ihm aufmerksam sein "Aschedeckelchen" nachdrückt, verlässt nur noch grauer Staub die Pfeife. Die milde Süße des Virginias ist sofort zu spüren. Der Latakia hält sich gepflegt im Hintergrund, behält sein Aroma aber bis zum Schluss. Vielleicht ist es Einbildung, aber das Havanna drin ist merkt man erst zum Schluss. Der Tabak schmeckt dann "zigarrig (?)", ohne große Schärfe oder Zungenbrand. Die Raumnote ist nicht so aufdringlich wie bei anderen Latakias. Geschmacklich würde ich ihn mit dem London Blend von John Brumfit vergleichen, den es aber leider nicht mehr gibt.
Fazit:
"Ich" habe eine Latakia-Mixture gefunden, die mir rundum zusagt. Die Wingate-Mixture hat es verdient, in den Kreis der guten "Engländer" aufgenommen zu werden. Es ist ein Tabak für Mußestunden. Obwohl ihn die Herstellerangabe als "füllige englische Mixture" bezeichnet, ist er auch für Anfänger geeignet.
(30.01.2001)
Sven Königsmann
Erscheinung: Der Tabak kam in Tütchen eingeschweißt bei mir an und war daher in bester Verfassung. Die Feuchtigkeit scheint mir genau richtig zu sein. Eine erste Analyse des Krautes mittels der Nase führte in die englische Richtung, da Latakia ein Bestandteil dieser Mischung zu sein scheint - allerdings nur in sehr geringen Anteilen. Des weiteren scheint mir Virginia vorhanden zu sein, vermutlich auch Burley, was einen eventuellen Orientanteil betrifft, bin ich mir nicht sicher.
Stopfen und Anzünden: Der erste Durchgang fand in einer Stanwell mit 9mm AKF statt, die Pfeife ist Latakiamischungen vorbehalten. Das Stopfen gestaltet sich problemlos, ein einziges Zündholz genügt, um den Tabak auf ganzer Fläche zum Glimmen zu bringen.
Geschmack: Der Tabak hat einen angenehmen, natürlichen Geschmack, der Latakia schmeckt nur ganz sachte durch, fällt kaum auf. Es scheint sicher, hier wurde nicht künstlich aromatisiert. Die Raumnote ist tabakecht, nicht unangenehm, auch nicht für die nichtrauchende BH. Ich empfinde die Probe No.1 als eher leicht mit kleiner Tendenz zu medium, jedoch mit ausgeprägtem Geschmack, auch eine dezente Süße ist zu schmecken. Die Qualität des Tabaks scheint recht hoch zu sein, er brennt hervorragend ab und bildet nur wenig Kondensat. Die Füllung lässt sich ohne Wiederanzünden problemlos zu einem Häufchen feiner grauer Asche reduzieren.
Ohne Filter: Zweiter Durchgang ebenfalls in einer Stanwell, diesmal Modell 32 mit Normalbohrung - auch diese Pipe ist den naturbelassenen Tabaken vorbehalten. Auch ohne Filter ist der Tabak freundlich zur Zunge. Wie fast alle naturbelassenen Tabake, so wird auch dieser ohne Filter noch etwas nuancenreicher. Er ist sowohl mit als auch ohne Filter angenehm zu rauchen, allerdings ist er ohne Filter doch spürbar würziger, da würde ich ihm ein Medium doch zugestehen wollen.
Fazit:
ein recht angenehmer Tabak, leicht genug, um ihn mehrmals am Tag zu genießen, dennoch nicht ausdruckslos. Irgendwelche Vermutungen bezüglich der Herkunft unterlasse ich zwecks Vermeidung von Peinlichkeiten lieber. Nur so viel: aus der Dunhill-Familie scheint er nicht zu kommen, zumindest soweit mir diese bekannt sind, alle habe ich noch nicht geraucht. Ich kann ihn keinem der Tabake zuordnen, die ich bisher geraucht habe. Vielleicht eine Hausmarke eines Händlers? Für Liebhaber natürlicher Tabake auf jeden Fall den Daumen in die Höhe!
(15.03.2002)
Jörg Bellinghausen
Eins vorweg: Da dies meine ersten Reviews überhaupt sind und ich bisher noch nicht allzu viele Tabake probiert habe, möchte ich keinen Tipp abgeben, um was es sich bei den einzelnen Proben gehandelt hat. Vielmehr habe ich mich darauf beschränkt zu sagen, ob ich den betreffenden Tabak noch einmal rauchen/ kaufen möchte, oder nicht.
Der Tabak besteht m.E. aus hellem und dunklem Va, Latakia und Orienttabak. Das Tabakbild ist überwiegend mittel- bis dunkelbraun mit schwarzen Anteilen, einige hellbraune Tabakstreifen sind auch zu finden, aber auch einige wenige Stängel und ein wenig feiner Staub. Der Schnitt ist Mixture-typisch mit Ready-Rubbed Anteilen. Der Geruch des ungerauchten Tabaks ist süßlich-würzig, ein wenig Latakia ist merkbar, es gibt kein für mich erkennbares Topflavor.
Die Feuchtigkeit Tabaks ist gut, eher ein bisschen feucht.
Als Testpfeife habe ich meine GJ #91 "Sand" mit 9mm-Bohrung verwendet, in der ich nur naturbelassene Tabake rauche.
Als Filter habe ich einen alten Vauen PaFi benutzt, der noch nicht so dicht gerollt war wie die neuen PaFi's, außerdem habe ich je eine Füllung mit Vauen AkFi und oFi geraucht.
Das Stopfen gestaltet sich problemlos mit der "Drittel-Methode", zum Anzünden benötige ich wegen der Feuchtigkeit des Tabaks und wegen der Ready-Rubbed-Anteile meist 2-3 Streichhölzer, der Tabak bäumt sich z.T. deutlich auf.
Der Abbrand ist zügig, regelmäßiges Nachstopfen ist vonnöten. Die Kondensatentwicklung ist recht gering, die Filter sind am Ende kaum verfärbt und fast trocken.
Der Geschmack ist im 1.Drittel würzig mit wenig Süße, der Latakia ist merkbar, aber ein säuerlicher Geschmack (vom Orient?) dominiert. Im 2.-3. Drittel tritt der säuerliche Geschmack in den Hintergrund, der Rauch ist fülliger, der Geschmack ist leicht süß und wird vom Latakia sehr angenehm untermalt. Im letzten Drittel legt der Tabak noch an Stärke zu. Mit AkFi geraucht wird die Säure etwas gedämpft, der Geschmack wird dadurch aber eher besser.
Wiederanzünden beeinflusst den Geschmack nicht negativ. Übrig bleibt mittelgraue Asche mit ein paar verkohlten Tabakresten.
Die Stärke ist m.E. medium, gegen Ende eher full, auf nüchternen Magen geraucht, bin ich ein wenig Achterbahn gefahren.
Fazit:
Ein guter Tabak, ob ich ihn kaufen würde, weiß ich nicht, mir persönlich war er etwas zu säuerlich, ein wenig mehr Latakia würde mir auch besser gefallen.
(15.03.2002)